Stadt und Verein einigen sich/Totholz wird entfernt

Mit Teicheiern Ipser Friedenseiche erhalten

Friedenseiche in Ipse
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Die Ipser Friedenseiche hat viel Totholz, wie nach dem Austrieb im Frühjahr sichtbar ist.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Die Friedenseiche in Ipse wird zunächst nicht gefällt. Um den Baum am Ortseingang zu erhalten, wird eine neue Methode ausprobiert. Es wird außerdem das Totholz entfernt. Darauf einigten sich die Stadt und der Verein Ipse excitare.

Ipse – Am Mittwoch gab es in Ipse ein Treffen, bei dem das weitere Vorgehen gemeinsam besprochen wurde, nachdem Anfang April von der Stadt ein Gutachten für die Friedenseiche erstellt wurde, die im Winter in Absprache mit dem Altmarkkreis Salzwedel gefällt werden sollte. Weil zu viel Schnee um den Baum lag und dieser nicht beräumt wurde, konnte die Eiche nicht gefällt werden. Die Ipser setzten sich für den Erhalt der Friedenseiche ein. Es sollen Maßnahmen gefunden werden, um den Baum zu retten, sagte Ottmar Wiesel am Mittwoch, weswegen auch das Gutachten durchgeführt wurde.

Ergebnisse der Schalltomografie

Die Ergebnisse der Schalltomografie, die am Stamm in 20 Zentimeter und in 2,40 Meter Höhe vom Boden aus durchgeführt wurde, stellte der Baumsachverständige Matthias Glase vor. Laut ihm gebe es eine starke Schädigung. Die Krone sollte verringert werden. Weniger als die Hälfte der Krone ist noch belaubt, wie nach dem Austrieb sichtbar ist. Matthias Glase empfiehlt, die Krone um 1,50 Meter zu kürzen. Damit werde der Baum entlastet und die Bruchgefahr von Ästen verringert. Es gibt einen hohen Totholzanteil. Ein Ast soll bis zum Stammansatz entfernt werden, schlug Matthias Glase vor. „Der Baum ist weniger vital“, so der Baumsachverständige. Für die Verkehrssicherheit ist es notwendig, dass Maßnahmen unternommen werden. Deswegen soll das Totholz entfernt werden. Da „Gefahr in Verzug“ sei, so der Baumsachverständige, müsste der Bereich unter der Eiche mit einem Bauzaun gesperrt werden und die notwendigen Maßnahmen, also das Entfernen des Totholzes, so schnell wie möglich erfolgen. „Hier geht wirklich eine Gefahr von aus“, verdeutliche Matthias Glase. Die Krone des Baumes reicht teilweise bis auf die Straße. Die Friedenseiche soll zweimal im Jahr kontrolliert werden. Der Baum könne auch wieder vitaler werden, sagte Matthias Glase, wenn er beispielsweise mehr Wasser erhält. So war die Friedenseiche auch im vergangenen Jahr kahler, in diesem Frühjahr trieb der Baum an manchen kahlen Ästen nochmal aus, so Ottmar Wiesel.

Mit Teicheiern Eiche wieder vitalisieren

Eine weitere Möglichkeit, den Baum zu erhalten, stellte Dorothea Süß, die in der Gartenakadamie Sachsen-Anhalt ist, vor. Es gebe zwei Referenzbäume, bei der diese Methode funktioniert habe, erzählte sie, die Eichen seien mittlerweile wieder sehr gesund. Dazu wurde zunächst das Laub der Bäume auf dem Boden im Bereich der Krone rund um den Stamm liegen gelassen, sodass die Feuchtigkeit besser erhalten bleibt. Zudem wurden in einem Wasserkreis um den Stamm innerhalb der Krone sogenannte Teicheier in den Boden gesteckt. Diese bestehen zu sieben Teilen aus Lehm, zu einem Teil aus Naturzeolith und zu einem Teil aus aktivierter Pflanzenkohle. Das soll nun auch in Ipse ausprobiert werden. Die Teicheier müssen nur einmal in den Boden gesetzt werden. Das sei jederzeit möglich. Sie würde dazu nochmal nach Ipse kommen und zeigen, wie die Teicheier hergestellt werden, sagte Dorothea Süß. Es müsste zudem anfangs intensiv gewässert werden. Auch ein Zaun um die Eiche wäre laut Dorothea Süß gut, damit alles Laub aus dem Dorf dorthin gebracht wird, damit die Feuchtigkeit über den Winter gehalten werden kann.

Stadt und Verein teilen Maßnahmen auf

Ottmar Wiesel schlug vor, dass die Stadt und der Verein gemeinsam die Maßnahmen durchführen. Die Stadt übernimmt das Entfernen des Totoholzes. Über das Aufstellen eines Bauzaunes werde nochmal gesprochen. „Der Verein übernimmt das Experiment mit den Teicheiern“, so der Bauamtsleiter weiter. Die drei Hinweisschilder, die rund um die Eiche vor einigen Wochen aufgestellt wurden, und auf herabstürzende Äste hinweisen, bleiben noch stehen.

„Der Vorschlag kommt uns entgegen“, sagte Tilo Mottschall, Vorsitzender des Vereins Ipse excitare. Er freute sich, dass der Baum, an den die Ipser auch viele Erinnerungen haben, erhalten bleiben kann. Wenn das mit den Teicheiern funktioniere, so Tilo Mottschall weiter, könne diese Methode für weitere Bäume genutzt werden, weil die Eiche in Ipse nicht der einzige Baum sein wird, der unter den klimatischen Bedingungen leidet.

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