Erinnerung an das Feldscheunen-Massaker in Gardelegen auf den Tag genau vor 70 Jahren

„Mit großer innerer Bewegung“

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Die Französin Monique Dardel (links) – ihr Vater starb bei dem Massaker – hielt eine bewegende Rede. Neben ihr Übersetzerin Ingeborg Köhn aus Gardelegen.

Gardelegen. Es war eine bewegende Veranstaltung. Fast auf die Stunde genau 70 Jahre nach dem Feldscheunen-Massaker in Gardelegen, als am 13. April 1945 genau 1016 KZ-Häftlinge ums Leben kamen, erinnerten etwa 300 Menschen an die damalige Gräueltat.

Das Besondere diesmal: Viele Hinterbliebene waren nach Gardelegen gekommen, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Zu ihr gehörte Monique Dardel, deren Vater bei dem Massaker starb. „Mit großer innerer Bewegung“ dankte sie den Menschen für die Herzlichkeit, die ihr entgegengebracht wurde. Sie erwähnte auch die mehr als 50 Schüler, die zwei Tage lang den Todesmarsch der damaligen Häftlinge vom Bahnhof Mieste bis zur Feldscheune symbolisch nachgegangen waren.

Auch Henry van Geen sprach ein paar Worte. Sein Großvater Mathieu Lambert van Geen war es, der die Stadt Gardelegen vor der Zerstörung durch die amerikanischen Alliierten bewahrte, indem er nach seiner Befreiung als Kronzeuge aussagte, dass das Verbrechen zwar in Gardelegen stattfand, die Einwohner vor Ort aber ahnungslos gewesen waren.

Weniger bewegend war die Ansprache des gestrigen Hauptredners. Prof. Heinrich Fink ist Ehrenvorsitzender des VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten) und musste Anfang der 1990-er Jahre wegen inoffizieller Stasi-Tätigkeit als Rektor der Berliner Humboldt-Universität zurücktreten.

Von Stefan Schmidt

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