Abrisskosten für den Kartoffelschäl- und Abpackbetrieb (Kasa) in Mieste-Nord verdoppeln sich

„Mir stockt der Atem – schlimm“

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Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Kasa-Gelände in Mieste-Nord ruhen derzeit. Grund dafür ist eine Verdoppelung der Abrisskosten, die erst noch vom Stadtrat abgesegnet werden muss.

Mieste. Sven Grothe fand es „paradiesisch“ – aus Sicht der Firma. Eine „Verdoppelung der Auftragssumme“, das sei schier unglaublich. „Da stockt mir der Atem – schlimm.“

Gemeint ist eine Mehrausgabe in Höhe von satten 740 000 Euro für den Abriss des einstigen Kartoffelschäl- und Abpackbetriebs (Kasa) in Mieste-Nord. Diese Verdoppelung, so musste Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends während der Sitzung des städtischen Bauausschusses zugeben, sei „erst seit zehn Tagen bekannt. “ Als nämlich im Fundament des ehemaligen Betriebes, der seit Jahresbeginn von der Stadt abgerissen wird, Asbest gefunden wurde. Was zur Folge hat, dass die Beseitigung dieses Materials mal eben mehr als 700 000 Euro zusätzlich kostet. Behrends hofft, dass es für diese Mehrhausgabe auch eine Förderung durch das Landesverwaltungsamt gibt. Die mündliche Zusicherung habe es bereits gegeben. Trotzdem: Der städtische Anteil beträgt zusätzliche 164 000 Euro.

Im Bauausschuss herrschte mittleres Entsetzen über diese erneute Mehrausgabe bei einem Investitionsprojekt in der ehemaligen Gemeinde Mieste. „Man fragt sich als Laie, ob man das nicht hätte vorhersehen können“, wunderte sich Regina Lessing, die die Sitzung leitete.

Behrends entgegnete: „Das konnte man vor Ort nicht erkennen.“ Andreas Höppner fühlt sich „ein bisschen verarscht“ angesichts regelmäßig auftretender zusätzlicher Kosten. Das, so entgegnete CDU-Fraktionschef Jörg Gebur, wundere ihn nicht mehr wirklich, „das sind wir seit Jahren gewohnt“, so Gebur mit Blick zum Bauamtsleiter. Andererseits, so erklärte er: „Jetzt mittendrin aufhören und den Haufen liegen lassen, das hilft uns auch nicht.“ In diesem Fall müssten wohl sogar die bisher geflossenen Fördergelder zurückgezahlt werden.

Und: Seitdem die Mehrkosten bekannt sind und noch nicht vom Gardelegener Stadtrat abgesegnet sind – was Voraussetzung für einen Förderantrag wäre – ruhen die Arbeiten auf dem Kasa-Gelände, stehen die Radlader still.

Der städtische Bauausschuss lehnte die Mehrkosten für die Asbestbeseitigung mit 5:2 Stimmen ab.

Von Stefan Schmidt

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