Kabinettsbeschluss in Magdeburg: Land ist künftig Träger der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe

3,7 Millionen Euro bis 2017

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Auf dem Gräberfeld der Mahn-und Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen sind die am 13. April 1945 ermordeten KZ-Häftlinge begraben. Das Land übernimmt nun die Trägerschaft.

Gardelegen / Magdeburg. Nun ist es auch offiziell: Das Land Sachsen-Anhalt übernimmt die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe als Träger. Das Areal etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt wird demnach künftig von der Landes-Gedenkstättenstiftung betreut.

Das ist das Ergebnis eines einstimmigen Kabinettsbeschlusses, der am gestrigen Vormittag in der Landeshauptstadt gefällt wurde. Und dieser Beschluss hat Folgen.

Denn das Land wird in den nächsten Jahren 3,7 Millionen Euro in die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe investieren. Anfangs ging man von knapp drei Millionen Euro aus. Doch laut Kabinettsvorlage habe das Landes-Finanzministerium mittlerweile nachgebessert und sei aktuell auf eine Summe von 3,707 Millionen Euro gekommen. Allein 1,23 Millionen Euro fallen als Baukosten an. Unter anderem soll ein Ausstellungsgebäude errichtet werden, in das eine Dauerausstellung (geschätzte weitere Kosten: 500 000 Euro) integriert wird. Innerhalb dieses Ausstellungsgebäudes soll es auch Aufenthaltsmöglichkeiten für Gruppen geben, die sich die Mahn- und Gedenkstätte ansehen wollen. Solch einen Raum gibt es auf dem Gelände bisher ebenso wenig wie Toiletten und befestigte Parkplätze. In diese Außenanlagen sollen rund 380 000 Euro fließen. Die „Inbetriebnahme der Gedenkstätte“ ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Bis dahin könnte also der Umbau abgeschlossen sein.

Auf dem Gelände der heutigen Mahn- und Gedenkstätte Isenschnbibbe wurden am 13. April 1945, nur wenige Stunden vor dem Einmarsch der amerikanischen Alliierten, 1016 KZ-Häftlinge von den Nazis bestialisch ermordet.

Von Stefan Schmidt

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