Miester Männerchor mit eigenem Domizil

Alterspräsident Wilhelm Binde (l.) und Chorleiter Hermann Röhl enthüllten die Steintafel mit dem Motto des Chores – „Des Lebens Sonnenschein ist Singen und Fröhlichsein“.

lam Mieste. Bis Donnerstagabend wurde noch eifrig gewerkelt, geputzt und dekoriert. Am Freitagabend dann zur Jahreshauptversammlung präsentierte sich der Hauptraum des neuen Refugiums des Männerchores Mieste im Mehrzweckgebäude neben der Sekundarschule in strahlendem Glanz.

Und nicht nur dem Vorsitzenden Uwe Wessalowski und seinen Vorstandskollegen, Stellvertreter Bernd Lagemann, Kassenwart Friedrich Schulz und Schriftführer Ralf Dippner, war die Freude darüber ins Gesicht geschrieben, sondern allen 29 aktiven Sängern. Denn sie haben zum größten Teil in Eigenleistung etwas geschaffen, was sich sehen lassen kann und am 1. Mai, so die derzeitige Planung, bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Wie der Vorsitzende resümierte, sei der Männerchor in den vergangenen 30 Jahren „durch Mieste von einem Raum in den anderen getockelt“. Sie probten im Gebäude der MTS (Maschinen-Traktoren-Station), im „Haus Altmark“ und im Versammlungsraum der LPG P in Mieste, bis sie vor zirka 20 Jahren im Speiseraum der Grundschule ihr Domizil fanden. Auch dort sei es laut Wessalowski sehr schön hell und warm gewesen. Allerdings gab es keinen Platz für die Utensilien der Sänger. Aus diesem Grund wurde schon lange über einen eigenen Raum nachgedacht, nach geeigneten Gebäuden gesucht. Das fanden die Sänger im Mehrzweckgebäude an der Sekundarschule, nachdem der Hauswirtschaftsunterricht dort ausgelagert wurde.

Mit der im vergangenen Jahr noch eigenständigen Gemeinde Mieste wurde daraufhin ein längerfristiger Nutzungsvertrag abgeschlossen, so dass die Umbauarbeiten beginnen konnten. Und die hatten es in sich. Am 19. Juni vergangenen Jahres wurden die ersten Wände abgerissen und Berge von Schutt beseitigt. Bis Ende 2010, listete der Vorsitzende auf, haben die Sänger 480 Stunden an ihrem neuen Refugium gearbeitet, in diesem Jahr waren es in den vergangenen drei Wochen noch einmal 280 Stunden. Macht bisher summa summarum 760 Stunden, die aber noch etwas mehr werden. Denn einige Rest-arbeiten, wie zum Beispiel im Sanitär- und Eingangsbereich, sind noch zu erledigen.

Möglich wurden die Umbauarbeiten nicht nur durch die Manneskraft und dem handwerklichen Geschick der Sangesbrüder. Sie gaben bei einer Sammlung auch jeder einen Obolus. Dazu kam die enorme Unterstützung zahlreicher Einzelpersonen, Handwerker und Gewerbetreibender in Mieste – „Sie haben alle die Tür aufgemacht“, erklärte Wessalowski. Finanziell unterstützt wurde der Chor zudem vom Gewerbeverein und von der Jagdgenossenschaft Mieste/Wernitz. Die neuen Fenster und die Außentür wurden von der Gemeinde Mieste als Einzelprojekt gefördert. Ihnen allen wurde am Freitagabend ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Das bekamen auch Ehrenmitglied Dirk Schütze, der als Architekt sein Wissen einbrachte, Sangesbruder Bernd-Uwe Röhl, der mit Kollegen das Motto des Männerchores – „Des Lebens Sonnenschein ist Singen und Fröhlichsein“ – in eine Steintafel fräste, sowie Sangesbruder Horst Töbermann, der den Schriftzug farblich gestaltete. Und diese Tafel ziert nun eine Wand im neuen Sängerraum. Sie wurde von Chorleiter Hermann Röhl und Alterspräsident Wilhelm Binde feierlich enthüllt. Und vor ihr erklang im Anschluss das Chor-Motto dann auch noch einmal musikalisch sowie ein zweites Lied vom Zusammenhalt der Brüder. Damit und mit dem gemeinsamen Anstoßen mit einem Glas Sekt, war das neue Domizil dann offiziell eingeweiht.

Endlich, so der Vorsitzende, sei ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Es habe viel Arbeit, Schweiß und Staub gekostet. Viele Ideen wurden entwickelt und viele Worte darüber gemacht, die, und das sei das Wichtigste, in Taten umgesetzt wurden. Denn das zeichne die Sänger aus, trotz einiger Zweifler, die es immer gibt, haben sie optimistisch das Projekt in Angriff genommen und dabei „Kraft und persönliches Engagement“ bewiesen. „Wir wünschen uns“, so Wessalowski abschließend, „dass noch viele weitere Sänger den neuen Raum betreten, dass wir uns hier wohlfühlen und auch Hermann mit der Akustik zufrieden ist, dass wir uns mit dem Geschaffenen identifizieren und Ja sagen zum Männerchor.“

Mehr zur Jahressitzung in einer der nächsten Ausgaben.

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