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Miester Kinosaal: „Wir freuen uns auf den Neustart“

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Zwei Männer in renoviertem Haus
Ulrich Iser (links) und Steven Heidmann begutachten den Fußboden des Kinosaals, der komplett abgeschliffen und neu versiegelt wurde. © Renate Heinze

Steven Heidmann und Ulrich Iser beobachten die jüngsten Corona-Regeln genau. Die Besitzer des Miester Kinosaals freuen sich auf einen Neustart. Untätig waren sie während der Schließzeiten in der Pandemie aber nicht.

Mieste – Steven Heidmann aus Mieste und der Gardelegener Ulrich Iser stecken in den Startlöchern. Die Betreiber des Kinosaals Mieste wollen wieder mit ihren Gästen feiern. Geplant war deshalb am 26. Februar eine Ü-30 Party mit der Gruppe „Tänzchentee“. Doch diese wird wegen der Corona-Bestimmungen, die diese Woche beschlossen wurden, abgesagt. Ab dem 4. März kann der Kinosaal wieder öffnen.

„Seit Anfang der Pandemie waren wir immer wieder durch Verordnungen zur Schließung aufgefordert. Die letzte Disco war am 7. März 2020. Dann herrschte im Kinosaal anderthalb Jahre Ruhe. Erst im September 2021 durften wir wieder eine Disco veranstalten. Die Leute waren richtig froh, sich wieder treffen zu können“, berichtet Ulrich Iser. Auch das Bläsertreffen des Miester Musikzuges und der Breitenroder Blaskapelle im gleichen Monat wirkte wie ein kultureller Befreiungsschlag: Die Musiker freuten sich, wieder öffentlich auftreten zu können und die zahlreichen Besucher lauschten in geselliger Runde den stimmungsvollen Melodien. Etwa fünf Veranstaltungen sollten noch stattfinden, dann musste wegen der hohen Inzidenzzahlen wieder das Licht gelöscht werden.

Hobby zum Beruf gemacht

Doch den Kopf in den Sand stecken, das gab und gibt es für Ulrich Iser und Steven Heidmann nicht. Vor zehn Jahren kauften die beiden den Kinosaal und gründeten die Iser & Heidmann GbR. „Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht. Wir kommen zwar nicht aus der Musikbranche, sondern waren nur vor der Bühne tätig, doch Musik und Festivals haben uns schon immer interessiert“, sagt Steven Heidmann. Aber auch schon vor zehn Jahren fanden im Saal Tanz-, Kino- und Kulturveranstaltungen sowie Buchlesungen statt. „Wir hatten da die Immobilie von der Kommune gepachtet. Durch die Eingemeindung wollte die Stadt jedoch diesen finanziellen Klotz vom Bein haben. Da haben wir zugeschlagen“, so Ulrich Iser.

Vor der Pandemie sei alles gut gelaufen, Betreiber und Publikum waren zufrieden. Heidmann: „Wir haben ja bei den Ausweiskontrollen gesehen, woher die Leute alle kamen.“ Iser ergänzt: „Wir sind kein Technoschuppen, sondern spielen auch Rock, Pop und Schlager. Also Musik für Jedermann. Die Gäste können dem Discjockey per Whatsapp ihre Musikwünsche mitteilen, die dann auch gespielt werden.“

Umsatzeinbußen und finanzielle Soforthilfen

Doch wie sieht nun die Zukunft aus? Durch die aktuelle Lage hat die GbR starke Umsatzeinbußen aufgrund fehlender Besucherzahlen zu verzeichnen. Heidmann und Iser erhielten zwar finanzielle Soforthilfen, doch diese wurden komplett zur Begleichung der Nebenkosten sowie für die Aufhübschung des Kinosaals verwendet. Der Fußboden wurde abgeschliffen und neu versiegelt, der Saal gemalert. Und worauf Iser und Heidmann besonders stolz sind: „Es wurden fünf neue Damentoiletten eingerichtet.“

Doch das Geld ist aufgebraucht, jetzt geht es an das Eingemachte. Gelebt wird vom Ersparten. Schon deshalb hoffen die Saalbetreiber auf ein schnelles Ende der Pandemie und auf vernünftige politische Entscheidungen: „Wenn wir wieder öffnen dürfen, wollen wir, wenn erforderlich, am Eingang testen. Das wäre unsere Idee. Aber wir müssen ja das machen, was vorgeschrieben wird. Das Umsetzen von 2G+ ist allerdings bei uns nicht möglich.“

Veranstaltungen geplant

Ideen und Vorstellungen haben Steven Heidmann und Ulrich Iser schon jede Menge, wenn der Kinosaal wieder öffnet. Und auch der nötige Elan ist vorhanden. Jeden ersten Sonnabend im Monat soll wieder die Disco stattfinden. Geplant sind unter anderem das Frühlingskonzert mit dem Musikzug, der Tanz in den Mai, der Bockbieranstich mit einer Gardelegener Brauerei oder auch Veranstaltungen für ältere Gäste.

„Wir freuen uns schon auf den Neustart und hoffen, dass uns das Stammpublikum treu geblieben ist und viele neue Besucher kommen werden“, sagen die Beiden.

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