Ortsbürgermeister und Verweser Kai-Michael Neubüser: „Haben gewisse Zeichen der Zeit erkannt“

Mieste zieht Klage zurück

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Verweser Kai-Michael Neubüser vor dem Miester Wappen. Er hat in Abstimmung mit dem Ortschaftsrat die Klage gegen die Zwangszuordnung zur Stadt Gardelegen zurückgezogen.

Mieste. Die ehemalige Gemeinde Mieste klagt nicht mehr gegen die Zwangszuordnung zur Stadt Gardelegen. Das erklärte gestern Kai-Michael Neubüser, der Ortsbürgermeister.

Er ist vom damaligen Gemeinderat auch als so genannter Verweser eingesetzt worden, soll also die Interessen der untergegangenen Gemeinde Mieste vor Gericht vertreten und auch die Verfassungsklage vorantreiben. Nach Zustimmung von 14 der 15 jetzigen Ortschaftsräte habe er so entschieden, berichtete Neubüser gestern.

Die Verfassungsklage war von der damals noch eigenständigen Gemeinde Mieste Ende 2010 angestrengt worden – zum 1. Januar 2011 wurde Mieste vom Land zur Stadt Gardelegen zugeschlagen. „Doch allmählich ist bei uns eine Bewusstseinsänderung eingetreten“, so Neubüser. Hintergrund: Allein in diesem Jahr wird die Stadt Gardelegen in Mieste mehrere größere Baumaßnahmen wie die Sanierung der Grundschule, den Neubau einer Kita, bald auch den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses umsetzen. Maßnahmen, „mit denen wir alleine überfordert wären“, wie der Vize-Ortsbürgermeister Friedmar Grabow erläuterte.

Wäre es tatsächlich zum Prozess gekommen und hätte Mieste die Klage gewonnen, wären der dann wieder eigenständigen Gemeinde diese Baumaßnahmen quasi vor die Füße gefallen. Denn der Auftraggeber hätte sich geändert, die Stadt hätte ihre Geldzusagen zurückgezogen – man würde ja plötzlich in fremdes Eigentum investieren. Und so fasst Neubüser die bisherigen zweieinhalb Jahre Zugehörigkeit zur Stadt folgendermaßen zusammen: „Wir profitieren durchaus von diesem neuen Gebilde.“

Von Stefan Schmidt

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