„Teilhabebarrieren“ soll besseren Zugang ermöglichen

Für Menschen mit Behinderung: In Gardelegen piept´s zu wenig

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Neu aufgestellte Fußgängerampeln – wie hier am St. Georg – sollen auch für blinde und sehschwache Personen nutzbar sein. Dies ist aber bei den meisten Ampeln in Gardelegen nicht der Fall.

Gardelegen. Das Programm klingt etwas sperrig. Bei „Teilhabebarrieren“ geht es nach Aussage von Steffi Schitteck darum, dass auch Menschen mit Behinderung Zugang beispielsweise zu öffentlichen Gebäuden bekommen. Schitteck ist Teilhabe-Managerin.

Gemeinsam mit Gardelegens Behindertenbeauftragten Peter Antoszweski lud sie in den – barrierefrei zu erreichenden – Raum Rieseberg im Haus II der Gardelegener Stadtverwaltung ein. Das Interesse hielt sich freilich in Grenzen: Zwei Bürger und mit Heidi Wiechmann eine Stadtverwaltungs-Mitarbeiterin waren vor Ort, als Schitteck das Ziel dieser Teilhabebarriere erläuterte.

Ein Punkt sind die Ampeln im Gardelegener Stadtgebiet. Nach Aussage von Antoszewski sei es gesetzlich geregelt, dass neu aufgestellte Ampelanlagen entsprechende Pieptöne von sich geben, um blinden oder sehschwachen Passanten das gefahrlose Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Eine solche Piep-Anlage gebe es neuerdings an der neu aufgestellten Ampel am St. Georg. Dafür habe er aber über einen längeren Zeitraum kämpfen müssen, berichtet der Behindertenbeauftragte.

Die Altmark-Zeitung machte am gestrigen Vormittag den Ampel-Test und überprüfte, wo es überall piept und wo nicht. Ergebnis: An den viel genutzten Ampelanlagen an den Kreuzungen vor der ehemaligen Post und an der Hospitalskreuzung am südlichen Ende der Fußgängerzone tut sich nichts. Ebenso bei den Fußgänger-Bedarfsampeln an den Wallübergängen am Salzwedeler und am Stendaler Tor. Auch die Bedarfsampel vor der Goethe-Grundschule an der Sandstraße bleibt stumm. Einzig die Ampel unweit der Rosa-Luxemburg-Förderschule an der Stendaler Straße macht, wenn es für Fußgänger Grün gibt, Geräusche.

Steffi Schitteck zeigte sich etwas enttäuscht von der Resonanz. Informiert worden seien auch diverse Selbsthilfegruppen, ihre Anliegen bei der Veranstaltung am Donnerstagnachmittag vorzutragen. Doch gekommen war niemand. „Wenn niemand etwas sagt“, so die Teilhabe-Managerin, „dann denkt man, die Welt in Gardelegen ist in Ordnung.“

Von Stefan Schmidt

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