"Memory" dient der Integration

Gardelegen: Wer für Flüchtlinge spenden will, ist willkommen

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Spielzeuge sorgen bei den Flüchtlingsfamilien in Gardelegen vor allem für leuchtende Kinderaugen. Wer etwas abgeben will, der ist in der Unterkunft gerne willkommen.

Gardelegen. Heute ist es wieder soweit. Dann werden wohl erneut 30 oder mehr Flüchtlinge im Altmarkkreis Salzwedel neu ankommen. Für sie müssen nicht nur Wohnungen gefunden werden. Viele der Flüchtling kommen mit nur wenig Habseligkeiten in die Altmark.

Wie beispielsweise in die Unterkunft an der Philipp-Müller-Straße in Gardelegen. Dort, in dem Flachbau rechts von der Kreisverwaltungs-Außenstelle, leben jene Flüchtlinge, die möglichst schnell Wohnungen im Gardelegener Stadtgebiet beziehen sollen. Die Einrichtung in dieser Anlaufstelle mit 40 Betten ist zweckmäßig bis spartanisch. „Deshalb sind wir dankbar, wenn jemand etwas abgeben oder spenden möchte“, sagt Kreisdezernent Hans Thiele, zuständig für die Flüchtlinge.

Wer etwas abgeben möchte, der könne dies gerne tun, sagt Thiele. Aber auf welchem Wege? „Das ist ganz unkompliziert“, so der Dezernent. „Einfach hingehen.“ Soll heißen: Werktags sind tagsüber, zwischen 7 und 16 Uhr, immer mehrere Betreuungspersonen vor Ort, die Spenden annehmen können. Der direkte Weg – Einfahrt neben der Avacon – ist also möglich.

Und was wird benötigt? „Spielsachen gehen immer“, sagt Thiele. Denn die Fluktuation ist, bedingt durch die regelmäßigen Neuankömmlinge und die regelmäßigen Auszüge in separate Wohnungen, erheblich. Deshalb wird auch immer Neues benötigt. Vom Teddybär bis zum Kinderfahrrad ist fast alles willkommen. Gerne auch Malblöcke und Buntstifte. Generell Spielsachen, die eine Integration fördern. „Memoryspiele zum Beispiel“, sagt der Dezernent. Das diene nicht nur zum Zeitvertreib, das fördere vor allem das Erlernen der deutschen Sprache.

Kleidung wird ebenfalls benötigt. Manche Flüchtlingsfamilien haben nur das dabei, was sie am Körper haben, kommen lediglich mit ein paar Tüten in Gardelegen an. Und weil der Herbst sowie der Winter naht, werden auch wärmere Kleidungsgegenstände gerne genommen.

Ebenso Fahrräder und Kinderwagen. „Fortbewegungsmittel gehen immer“, sagt Hans Thiele. Was nicht benötigt wird, sind Möbel. „Das läuft über andere Stellen“, erklärt der Dezernent.

Zwei weitere Einschränkungen gibt es noch. „Wir sind logistisch nicht in der Lage, Sachen abzuholen“, sagt der Kreis-Mitarbeiter. Man muss die Spenden also schon selbst hinbringen – und erntet dann dankbare Blicke aus Kinder- und Erwachsenenaugen.

Und: „Die abzugebenden Sachen müssen nutzbar sein“, sagt Thiele. Flüchtlingsfamilien sind demnach kein Ersatz für die Sperrmüllentsorgung.

Von Stefan Schmidt

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