Schüler der Karl-Marx-Schule absolvierten im JFZ-Jugendklub „Mood“ soziales Kompetenztraining

Für mehr Respekt im Klassenzimmer

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Jessica Meier schrieb von ihren Mitschülern formulierte Verhaltensvorschläge auf Zettel, die anschließend an eine Wand geheftet und diskutiert wurden.

Gardelegen. Respekt und Wertschätzung durch andere sind wichtig – gerade dann, wenn es um die eigene Person geht. Bei anderen, die vielleicht ein bisschen doof oder sonst irgendwie komisch sind, ist man da manchmal schon nachsichtiger.

In Schulen können fehlende soziale Kompetenzen, die in solchen Denkweisen zum Ausdruck kommen, schnell zum Problem werden. Das Klima im Klassenzimmer wird rauh, Mitschüler fühlen sich gemobbt und ziehen sich zurück, Lehrer sind angesichts offener Konflikte zunehmend machtlos.

Zwei Klassen der Gardelegener Karl-Marx-Sekundarschule haben dagegen jetzt etwas unternommen. Bei einem sozialen Kompetenztraining am Donnerstag und Freitag lernten sie im Jugendklub Mood des Jugendförderungszentrums (JFZ), wie man mit anderen und mit sich selbst umgehen sollte.

Monique Schuboth, Schulsozialarbeiterin an der Karl-Marx-Schule, hatte das Projekt angestoßen. „Es gab in der Vergangenheit Reibereien, einige Schüler haben vergessen, wie man sich Erwachsenen gegenüber verhält“, sagt sie. Deshalb habe die Schule den Kontakt zur Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Träger des Kompetenztrainings hergestellt. Die Schule erhielt die Zusage und am Donnerstagvormittag konnten die Sozialpädagoginnen Kerstin Riecke und Sabine Schorcht die erste Schülergruppe im Mood empfangen.

Nach einer Begrüßungsrunde unterhielten sich Schüler und Sozialpädagoginnen zunächst über ihre Wahrnehmungen der Klassensituation und formulierten Wünsche. In Bezug auf den Unterricht hielten die Schüler etwa fest: „Unser Ziel ist es, zu Erwachsenen nett und höflich zu sein“. Mochte das zunächst nur eine Absichtsbekundung sein, zeigten die Schüler bei den Wünschen für sich und ihre Mitschüler, dass es durchaus Handlungsbedarf im Klassenzimmer gibt. „Ich möchte, dass jeder gleich behandelt wird“ oder „ich wünsche mir, von anderen gemäßigt behandelt zu werden“ waren einige dieser Schülerwünsche. Dass das nur funktionieren kann, wenn sich alle – Schüler wie Lehrer – respektvoll im Umgang miteinander verhalten, erarbeiteten die Schüler in anschließenden Diskussionen und Spielen. Dabei versuchten Riecke und Storch, darauf aufmerksam zu machen, dass alle Menschen, auch diejenigen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so cool oder hübsch sind, eigene Fähigkeiten und Begabungen haben. Am Ende des Projekts einigten sich Schüler und Lehrer schließlich auf künftige Verhaltensweisen. Das Kompetenztraining unter dem Titel „0-Bock Motivation für ein Miteinander“ war zum ersten Mal bei den Schülern der Karl-Marx-Schule zu Gast. Wie Monique Schuboth informierte, wird das Projekt von dem Programm „Stärken vor Ort“ des Bundesfamilienministeriums unterstützt und kann von Schulen bei Bedarf in Anspruch genommen werden.

Von Alexander Walter

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