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Besucherzentrum als Zwischenstopp für Ostsee-Urlauber

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Von: Stefan Schmidt

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Menschengruppe in einem Raum
Im Besucherzentrum gibt es weiterhin Maskenpflicht. © Stefan Schmidt

Das Jahr 2022 war das erste „normale“ Jahr seit dem Bau des Besucherzentrums.

Gardelegen – Seit mehr als zwei Jahren ist das Besucher- und Dokumentationszentrum auf dem Gelände der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe geöffnet. Doch ein Großteil dieser Zeit war das rund vier Millionen Euro teure Objekt nur eingeschränkt oder gar nicht zugänglich – Corona machte eine Normalität zunichte.

Das ist aktuell nicht mehr so. „Wir haben erstmals seit der Eröffnung so etwas wie Normalität“, erklärt dazu Gedenkstättenleiter Andreas Froese. Derzeit gilt für den Innenbereich zwar nach wie vor Maskenpflicht. Aber es gibt keine Beschränkung der Besucherzahlen mehr – anders als noch 2020, 2021 und zu Beginn dieses Jahres. Und so „gab es ab dem zweiten Quartal dieses Jahres“, freut sich Andreas Froese, „einen spürbaren Anstieg der Besucherzahlen“. Was vor allem daran lag, dass viele der eigentlich vorgesehenen und wegen der Corona-Pandemie dann abgesagten Führungen nachgeholt wurden. Auch zahlreiche Gruppen von Bundeswehrsoldaten und Polizisten schauten sich die Dauerausstellung an. „Was uns außerdem bis heute zugute kommt“, sagt Andreas Froese, „ist die Tatsache, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Besucherzentrum im September 2020 eröffnet hatte.“ Das halle immer noch nach, darauf würden er und seine Mitarbeiter bis heute regelmäßig von Besuchern angesprochen.

Die Hoch-Zeit der Besucherzahlen – konkrete Zahlen gibt es aktuell noch nicht – lag im Sommer, vor allem während der Sommerferien. „Da hatten wir viele Durchreisende auf dem Weg zum Urlaub an der Ostsee oder auf dem Rückweg“, weiß Andreas Froese. Und: Auch ausländische Gäste halten an und besuchen die Dauerausstellung zum Feldscheunen-Massaker vom 13. April 1945 mit 1016 ermordeten KZ-Häftlingen sowie den Todesmärschen. „Wir hatten in diesem Jahr einen relativ hohen Anteil an Besucherinnen und Besuchern aus Dänemark“, fasst der Gedenkstättenleiter zusammen. Wahrscheinlicher Grund: Viele Dänen verbringen ihren Urlaub im Harz, was für Skandinavier fast schon Hochgebirge ist. Unterwegs wird dann – oft mit einem Wohnmobil – Station an der Gedenkstätte gemacht.

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