Ab Juli werden an der B 71 bei Estedt die Lkw erfasst / Ähnlichkeit mit fest installiertem Blitzer

Mautsäule: Jeder Zweite bremst ab

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Etwa die Hälfte aller Autofahrer bremst vor oder direkt an der Mautsäule, die einem fest installierten Blitzer ähnlich sieht, ab. Das hat eine Zählung der Altmark-Zeitung vor Ort ergeben.

Estedt. Sie steht seit Anfang März. Und soll ab dem 1. Juli, also in rund sechs Wochen, die Lastwagen auf der Bundesstraße 71 südlich von Estedt erfassen. Für die Lkw-Maut, die dann auch auf der viel befahrenen B 71 gilt.

Und jeder, der in den vergangenen Wochen an dieser Mautsäule vorbeigefahren ist, hat festgestellt: Sie sieht einem fest installierten Blitzer, wie es sie beispielsweise in den Nachbar-Bundesländern Niedersachsen und Brandenburg gibt, zum Verwechseln ähnlich. Die Firma „Toll Collect“, die die Lkw-Maut in Deutschland eintreibt, betont zwar, dass es sich bei dieser Säule keinesfalls um einen solchen Blitzer handelt. Dennoch: Viele Autofahrer – auch das hat wohl jeder Vorbeifahrende in den vergangenen Wochen erlebt, wenn beim Vordermann plötzlich auf freier Strecke die Bremslichter aufleuchten – steigen fast automatisch „in die Eisen“, sobald sie sich dieser meterhohen Säule nähern.

Die Altmark-Zeitung hat den Test gemacht und sich in dieser Woche vormittags für 20 Minuten unweit der Mautsäule postiert und gezählt. Nämlich jene Autofahrer, die vor der Säule mehr oder minder unvermittelt abbremsen. Aber auch jene, die „normal“ weiterfahren, weil sie das blaue Ungetüm nicht als Radarfalle ansehen. Das Ergebnis: Rund die Hälfte der Pkw-Fahrer – die meisten Brummi-Fahrer kennen solche Säulen von Berufs wegen bereits – bremst ab. Und: Fast alle lösen die Bremse wieder, sobald sie an der Säule vorbeigefahren sind. Rund 120 Meter dahinter steht das Estedter Ortseingangsschild, ab dem ohnehin nur noch 50 km/h schnell gefahren werden darf.

In konkreten Zahlen ausgedrückt: Während der Zählung passierten binnen 20 Minuten genau 51 Autos die Mautsäule. Dazu kommen Transporter und Brummis. 27 Pkw-Fahrer bremsten sichtbar ab, die 24 übrigen Autofahrer verringerten ihre Geschwindigkeit nicht spürbar. Von den Bremsern traten einige erst in Höhe der Mautsäule und mitunter sehr abrupt auf das Pedal. Deshalb sollten ortskundige Autofahrer einen Sicherheitsabstand zum Vordermann lassen und mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren. Vor allem dann, wenn sich ein Nicht-Altmärker der Mautsäule nähert. Denn die meisten der Bremser hatten auswärtige Kennzeichen, kamen oft aus anderen Bundesländern. Wie jener Wohnmobil-Fahrer aus Hamburg, der sich offenbar so erschrak, dass sein Wagen fast zum Stillstand kam.

Dabei sind Autofahrer kurz nach der Mautsäule ohnehin gezwungen abzubremsen. Denn am Ortseingang von Estedt befindet sich eine Verkehrsinsel, sodass niemand mit 80 oder km/h in das Dorf hineinrasen kann.

Von Stefan Schmidt

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