Trotz Tempo 30 und Kontrollen fahren Lastwagen oftmals zu schnell durch Kloster Neuendorf

„Man kommt kaum über die Straße“

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Seit einem Monat gilt in der Ortsdurchfahrt von Kloster Neuendorf eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h für Lastwagen – und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Doch nicht alle Brummi-Fahrer halten sich daran.

Kloster Neuendorf. „Wie bitte? Was haben Sie gerade gesagt?“ Die ältere Anwohnerin ist kaum zu verstehen. Also spricht sie nochmal, diesmal deutlich lauter, „dass sich kaum ein Lkw-Fahrer an das vorgeschriebene Tempo von 30 km/h hält.“

Auch der nächste Lastwagen fährt nicht langsamer, obwohl mehrere Schilder vor und in dem Ort auf die seit einem Monat geltende langsamere Geschwindigkeit für Brummis hinweisen. So müssen Lastwagen auf der durch Kloster Neuendorf führenden Bundesstraße 188 durch den ganzen Ort mit 30 km/h fahren – und das ohne Zeiteinschränkung, also 24 Stunden am Tag. Anders als auf der B 71, wo in den Dörfern im Altmarkkreis Salzwedel zwar auch 30 Stundenkilometer gilt, aber nur nachts in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr.

Dennoch halten sich nur wenige Fahrer an das neue Tempo in Kloster Neuendorf, wie Ortsbürgermeister Andreas Höppner erzählt: „Morgens zwischen sechs und sieben, wenn der Berufsverkehr beginnt, ist es besonders schlimm. Bis abends gegen 19 Uhr brettern die Lastwagen durch den Ort. Nur nachts wird es etwas ruhiger.“

Kloster Neuendorfs Ortsbürgermeister Andreas Höppner.

Viele Lastwagenfahrer, die durch das Dorf mussten, als die Altmark-Zeitung einige Zeit vor Ort war, fuhren zu schnell. So hielten sich von den innerhalb einer Stunde gezählten 38 Lastwagen mehr als die Hälfte, nämlich 22, nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung. Dabei hatte es zuletzt schon mehrfach Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei in Ort gegeben. „Es müssen aber noch mehr Kontrollen durchgeführt werden. Denn die Messungen zeigen, dass sich einige wenige Lkw-Fahrer an das Tempo halten“, verlangt Andreas Höppner. Das wurde auch bei der Zählung der Altmark-Zeitung deutlich: Es traten nur 16 der 38 erfassten Lkw-Fahrer auf die Bremse. Wobei hier erwähnt werden muss, dass ohnehin drei Lastwagen wegen eines auf der Straße fahrenden Fahrradfahrers und eines abbiegenden Autos ausgebremst wurden. Es lässt sich also nicht sagen, ob sie sonst auch langsamer durch die Ortschaft gefahren wären.

Während der Lkw-Zählung fiel auch auf, dass viele nur geringfügig schneller unterwegs waren als vorgeschrieben, also die Tempo-30-Schilder durchaus gesehen haben müssen und sich trotzdem nicht an die Geschwindigkeit hielten.

Das Messen der Fahrzeuge sei von der Häufigkeit her also nicht ausreichend, „denn es scheint keine allzu große Wirkung zu haben. Es fahren trotzdem viele mit überhöhter Geschwindigkeit“, so der Ortsbürgermeister. „Ich finde es hier wegen der schnellen Fahrzeuge gefährlich. Hier kommt man kaum über die Straße“, erzählt die Anwohnerin. Deswegen verlangt Andreas Höppner, dass weiterhin und mehr Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden und Schikanen oder Ähnliches gebaut werden. So könnte es auch für die Bewohner von Kloster Neuendorf sicherer sein.

Von Ina Tschakyrow

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