Rund um den Truppenübungsplatz: Mehrere Aktionen der Militärgegner für Sonnabend angemeldet

Mahnwachen und Fahrradkorso

Insgesamt vier Mahnwachen planen die Militärgegner am Sonnabend, dem „Aktionstag“, rund um den Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide.
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Insgesamt vier Mahnwachen planen die Militärgegner am Sonnabend, dem „Aktionstag“, rund um den Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide.

Letzlingen. Einen „bunten Sommermarkt“ gibt es am Sonnabend auf dem Marktplatz in Letzlingen. Zu Gunsten des Freibades in Potzehne. Kleiner Nebeneffekt: Durch diese Veranstaltung ist der Mittelpunkt des Heidedorfes für andere Veranstaltungen blockiert.

Vor zwei Jahren campierten mehr als eine Woche lang Militärgegner auf eben diesem Marktplatz, direkt neben der PUG-Verkaufstselle und anderen Geschäften nicht unbedingt zur Freude der Geschäftsleute und vieler Anwohner.

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Doch die Militärgegner werden am Sonnabend parallel zum „bunten Sommermarkt“ ebenfalls in Letzlingen präsent sein. Und zwar nur wenige Meter entfernt, am Rande des Marktplatzes. Zwischen Brunnen und Eisdiele haben die Teilnehmer des „War starts here“-Camps, das seit Sonntag auf einer Wiese bei Potzehne stattfindet, eine Mahnwache angemeldet. In der Zeit von 9 bis 20 Uhr wollen sie präsent sein. Das teilt Hans Thiele, Dezernent in der Salzwedeler Kreisverwaltung, mit. Drei weitere Mahnwachen sind ebenfalls angemeldet. Sie finden allesamt östlich der Colbitz-Letzlinger Heide statt. Einmal stehen die Militärgegner, die die Abschaffung des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) in der Heide fordern, an der Baustelleneinfahrt zur Übungsstadt Schnöggersburg an der Bundesstraße 189 unweit von Burgstall. Eine weitere Mahnwache ist für den so genannten Landsberg nördlich von Burgstall angemeldet. Die vierte Mahnwache findet am Denkmal in Dolle statt.

Der neuralgische Punkt ist sicherlich die Demo an der Baustelleneinfahrt bei Burgstall. Dort findet die Mahnwache auch schon ab dem morgigen Freitag, 12 Uhr, statt – und dauert bis Sonnabend, 23 Uhr.

Eine weitere Aktion ist am Sonnabend auf der B 189 zwischen Dolle und Burgstall geplant Dort gibt es einen Fahrradkorso mit 15 angemeldeten Teilnehmern, verbunden mit den üblichen Sicherheitsvorschriften für die Demonstranten: „Sie müssen sich an die Verkehrsregeln halten“, so Hans Thiele. Also hintereinander und nicht nebeneinander auf der viel befahrenen B 189 radeln. Und: Sie müssen ein Begleitfahrzeug stellen. „Es ist nicht vorgesehen“, erklärt der Dezernent, „dass die B 189 wegen dieses Fahrradkorsos gesperrt wird.“ Zu größeren zeitlichen Verzögerungen während dieser Radtour wird es demnach voraussichtlich nicht kommen.

Die am Dienstag stattgefundene „Besetzung“ (O-Ton der „Gewaltfreien Aktion GÜZ abschaffen“) des Truppenübungsplatzes Altmark ging am Abend übrigens friedlich zu Ende. Etwa 40 Personen waren nördlich von Hillersleben etwa zwei Kilometer auf das Truppenübungsplatz-Gelände eingedrungen und veranstalteten dort eine Sitzblockade. Der parallel verlaufende Übungbsbetrieb wurde aber nicht gestört. Einer der Anwesenden, so teilen die Militärgegner in einer Presseerklärung mit, hätte „aus dem Kriegstagebuch seines Opas Hugo“ vom Ersten Weltkrieg vorgelesen. Die Räumung der Sitzblockade fand gegen 17.30 Uhr statt – zuvor verschwanden bereits einige der Militärgegner, „um einer Personalfeststellung zu entgehen“, wie die Militärgegner berichten. Die Übriggebliebenen wurden zu Fahrzeugen getragen und dann nach Magdeburg gebracht, wo ihre Personalien festgestellt wurden. Die Sitzblockaden-Teilnehmer erhielten für den Rest der Camp-Dauer einen Platzverweis für den Truppenübungsplatz sowie das angrenzende Gelände. Nach Auskunft von Sitzblockaden-Teilnehmer Berthold Keunecke aus dem westfälischen Herford sei die Polizei während der Räumungsaktion „respektvoll mit uns umgegangen“.

Von Stefan Schmidt

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