Bürgerinitiative Offene Heide übernimmt Patenschaft in Letzlingen und fordert zum Nachdenken auf

Mahnwache am Gedenkstein

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Während der Übergabe des Gedenksteins zwischen Dietmar Fröhlich (2.v.r.) und Konrad Fuchs (rechts) protestierte die Bürgerinitiative zudem gegen die Aufrüstungen.

Letzlingen. Es sei eine Herzensangelegenheit, sagte Edgar Kürschner von der Offenen Heide. Die Bürgerinitiative hat seit Juni die Patenschaft für zwei Gedenksteine zum Todesmarsch in Letzlingen vom 13. April 1945 übernommen.

Die Gedenksteine 67 und 63 befinden sich südlich von Letzlingen in der Nähe eines Parkplatzes und nördlich des Heidedorfes gegenüber der Tankstelle.

Im Zuge der Patenschaft wurden die Gedenksteine, die bereits Verwitterungsschäden aufwiesen, unter der Leitung von Dietmar Fröhlich restauriert. Dazu wurde zunächst das Umfeld frei geschnitten. Dann wurden die Oberflächen der Steine gereinigt. Moos- und Algenreste wurden entfernt, ebenso schollen- und blasenartige Farbpartikel, so der Restaurator weiter. Anschließend wurden die Farbschichten ausgebessert und wieder angepasst: schwarze Schrift, rotes Dreieck und weiße Fläche. Dabei wurde diese nicht „dickschichtig deckend“ sondern „malerisch lasierend“ aufgetragen, damit „das Denkmal nicht zu neu wirkt“, erklärte Dietmar Fröhlich. Dadurch behalte die Oberfläche zudem eine gewisse Lebendigkeit in der Wirkung. Nach diesen mehrstündigen Arbeiten sammelten die Mitglieder um die Steine noch den Müll auf und entfernten einige Gräser sowie Büsche, weil die Steine etwas zugewachsen waren.

Bei der gestrigen Übergabe, bei der auch der Vorsitzende des Fördervereins Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe, Konrad Fuchs, vor Ort war, fand zudem eine Mahnwache der Bürgerinitiative Offene Heide statt. Denn im Gefechtsübungszentrum des Heeres tagte der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages.

Mit Bannern, auf denen unter anderem „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ stand, möchten die Mitglieder der Offenen Heide darauf aufmerksam machen, dass es auch einen „anderen Weg, ohne Eskalation“ gibt, erklärte Joachim Spaeth. So stehen heutzutage wieder Rüstungen im Vordergrund. Mit solchen Hochrüstungen begannen laut ihm auch die beiden Weltkriege. Daher sei es wichtig, „hier auf diesem Weg, wo das Martyrium der KZ-Insassen stattfand“, zu mahnen.

Von Ina Tschakyrow

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