Jugendliche pilgern nach Gardelegen

Mädchen und Jungen auf den Spuren der ehemaligen KZ-Häftlinge

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Das Organisationsteam um Christel Schwerin (von links), Wolfgang Schwarzer, Birte Groneberg, Karl-Heinz Reuschel und Johanna Brilling wird die Spurensuche begleiten.

Mieste / Gardelegen – ,,Spurensuche – auf dem Weg nach Isenschnibbe“, das ist der Titel eines Weges, auf dem vom 11. bis 13. April etwa 50 Kinder und Jugendliche von Mieste über Wernitz, Sichau, Breitenfeld, Zichtau und Estedt 40 Kilometer bis nach Gardelegen gehen wollen.

Ziel ist die Feldscheune Isenschnibbe, wo am 13. April zum Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 1000 Häftlinge ermordet wurden.

Gefördert durch das Bundesprogramm ,,Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ und unterstützt durch die Kirchengemeinden Mieste, Oebisfelde und Estedt erinnert der Pilgerweg an den Weg und die Leiden von rund 2000 KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern, die, in Viehwaggons gepfercht, in den letzten Kriegstagen nach tagelanger Bahnfahrt erschöpft und halb verhungert an den Bahngleisen in Mieste strandeten und von dort nach Gardelegen getrieben wurden.

„Den Spuren dieser Häftlinge wollen wir folgen“, verdeutlichten die Organisatoren um Sozialpädagogin Birte Groneberg, Gemeindepädagogin Christel Schwerin und Pfarrer Wolfgang Schwarzer.

Zum Auftakt am Donnerstagabend werden die Teilnehmer mit einem Planspiel in verschiedene Rollen schlüpfen und sich der Frage „Wie konnte das passieren?“ nähern, bevor die Gedenkorte in Mieste und in den Folgetagen entlang des Weges besucht und erkundet werden.

,,Sie werden Erinnerungen von Menschen hören, die damals Kinder waren, probieren, wie es sich anfühlt um Essen zu bitten, die Kirchen entlang des Weges besuchen, inne halten mit Texten und Liedern und etwa durch Hans-Henning Weichert vom Versteck der entflohenen Häftlinge in der Kirche Zichtau erfahren.

„Wir freuen uns sehr, dass Buchautor Torsten Haarseim wieder dabei ist und am Freitag, 19.30 Uhr, in der Jugendherberge Zichtau von der Entstehung und seinen Recherchen zu seinem Roman ,Gardelegen Holocaust´ berichten wird“, unterstreicht Schwerin.

Am Sonnabend gegen 15 Uhr will die Pilgerschar an der Gedenkstätte in Gardelegen ankommen. Dort wird Karl-Heinz Reuschel die Jugendlichen über das Areal führen und die Jungen und Mädchen selbst werden Gelegenheit bekommen, den Eltern von ihrer Spurensuche zu berichten. Die Anmeldefrist ist inzwischen abgelaufen. ,,Wir freuen uns sehr, dass sich rund 50 Jugendliche angemeldet haben“.

VON CHRISTEL SCHWERIN

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