Radwege ausbauen und erweitern als Ortsverbindungen

Lindstedts Ortschaftsrat fordert mehr Radwege

Eine Radfahrerin auf einem Radweg
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Lindstedts Ortschaftsrat fordert mehr Radwege.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Mehr Radwege rund um Lindstedt und seine Ortsteile wünscht sich der Lindstedter Ortschafstrat. Die Mitglieder plädieren auch dafür, dass bestehende Radwege erneuert werden und haben sich an mehrere Behörden gewandt.

Lindstedt – Mehr Radwege in der Gardelegener Einheitsgemeinde und darüber hinaus in der ganzen Altmark sind immer wieder Thema. So wurde darüber vor wenigen Wochen in den städtischen Fachausschüssen diskutiert, als es um eine Änderung des Altmarkrundkurses ging und im Frühjahr, als über die Erstellung eines Radwegekonzeptes gesprochen wurde. Mehrfach äußerten sich dort Anja Rohrdiek und Siegfried Jordan vom Lindstedter Ortschaftsrat. „Als Ortschaftsrat Lindstedt fordern wir schon seit Jahren die Schaffung von neuen Radwegen“, teilt Lindstedts Ortsbürgermeister Siegfried Jordan mit, der sich im Auftrag des Ortschaftsrates deswegen nun an mehrere Behörden gewandt hat.

Radwege als Ortsverbindung

Besonders wichtig ist dem Ortschaftsrat ein ortsverbindender Radweg zwischen Jävenitz, Lindstedt und Bismark, der für die Menschen wichtig wäre, um Bismark unter anderem wegen der Einkaufsmärkte und Arztpraxen auch ohne Auto sicher zu erreichen, sagt Siegfried Jordan, oder um nach Jävenitz zur Grundschule zu kommen sowie als Anbindung nach Gardelegen. Diese Radwege wären ebenso wichtig für Touristen und Einwohner, die in ihrer Freizeit radfahren, so der Ortsbürgermeister weiter und ergänzt in einem Schreiben an die zuständige Landesstraßenbaubehörde: „Wir fordern daher einen schnellen Bau eines Radweges an dieser Landesstraße.“ Dazu teilt Meike Portius, Leiterin der Landesstraßenbaubehörde Regionalbereich Nord, mit, dass „eine Aufnahme von Planungen für diesen Radweg vorerst leider nicht“ vorgesehen ist. „Ob hier aufgrund einer Einzelfallbetrachtung perspektivisch eine Radverkehrsanlage errichtet werden muss oder ob der Radverkehr auf der Fahrbahn im Mischverkehr geführt werden kann (...) ist noch zu prüfen“. Meike Portius teilt in ihrer Antwort an Siegfried Jordan weiter mit, dass in den vergangenen Monaten ein neues Programm aufgestellt wurde, bei dem die Kommunen aufgefordert worden sind, die „als wichtig angesehenen Radwegeverbindungen“ zu nennen.

Der Radweg von Holzhausen nach Bismark ist beispielsweise enthalten, womit es zwischen Lindstedt und Bismark ab Holzhausen eine Anbindung gäbe. „Allerdings mit dem Vermerk, dass durch die hiesige Verkehrsbelegung eine Nutzung der Fahrbahn durch Radfahrer zulässig ist“.

Radwegekonzepte werden erarbeitet

Auch die Stadt Gardelegen hat dem Ortsbürgermeister auf seine Anfrage mitgeteilt, dass „Investitionen in Form von Rekonstruktionen, Ausbauten, Erneuerungen oder Neubau“ derzeit „nicht geplant“ sind. Es werde aber „an der Erarbeitung/Überarbeitung von Radwegekonzepten gearbeitet. Im Zuge der laufenden Planungen werden auch die Ortschaften der Hansestadt Gardelegen über die Ortsbürgermeister in die Bestandsaufnahme (voraussichtlich im 1. Halbjahr 2022) und in die weiteren Planungsphasen einbezogen.“

Der Ortschaftsrat setzt sich auch für die Instandsetzung vorhandener Radwege, wie dem Altmarkrundkurs ein, teilt Siegfried Jordan mit. Die „sandigen altmärkischen Feld- und Waldwege sind zwar beliebt bei Fuchs und Hase, aber leider nicht bei den Touristen“, schreibt der Ortsbürgermeister an Landrat Michael Ziche. Es sei nicht einfach, diese „oftmals naturbelassenen Wege zu befahren“. Deswegen sollte nicht nur die Beschilderung erneuert, sondern auch „die Wege gut befahrbar gemacht“ werden, so Siegfried Jordan.

Alternative zum Auto

„Radfahren liegt voll im Trend und ist auf lange Sicht die umweltfreundlichste Form der Fortbewegung. Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig dafür auch die Voraussetzungen zu schaffen“, hat Siegfried Jordan ebenfalls an das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt geschrieben.

Siegfried Jordan benennt den Ausbau der Radwege auch als eine Möglichkeit, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, denn eine „ökologische und verkehrspolitische Wende“ sei hierfür „unumstritten“ und das Fahrrad eine Alternative zum Auto.

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