Reparatur der Glocke im Turm der Wannefelder Trauerhalle dringend notwendig / Antrag an die Stadt

„Letzter Gang soll würdevoll sein“

Auch für einen Laien ist zu erkennen, dass die Glocke nicht mehr ordentlich hängt. Der Klöppel hängt nicht mittig, sondern seitlich in der Haube. Foto: Weisbach

Wannefeld. Sie muss zum Glück nicht oft erklingen – die Glocke der Trauerhalle auf dem Friedhof in Wannefeld. Doch wenn nichts getan wird, wird sie bei einem Todesfall im Dorf bald gar nicht mehr geläutet werden können.

Gefahr ist in Verzug, dass sie herunterfallen könnte, teilte Ortsbürgermeister Gustav Wienecke am Donnerstagabend den Ortschaftsräten während ihrer Sitzung im Versammlungsraum des Gerätehauses mit.

Es fiel bereits vor einiger Zeit auf, dass die Glocke nicht mehr voll und dunkel ertönt, sondern mehr bimmelt. Deshalb sahen sich Gustav Wienecke und Schlossermeister Friedhelm Gennrich die Glocke aus Eisenguss an und stellten fest, dass die Läutstange, an der das Seil zum Bedienen befestigt ist, total verbogen war. Sie wurde gerichtet. Doch änderte sich damit nichts am Ton. Daraufhin nahm Martin Gregor, Pfarrer im Ruhestand, Kontakt mit dem altmärkischen Glockenbauer Rolf Klietz in Berkau auf, der nach Wannefeld kam und bei der Sichtung der Glocke feststellte: Man könne sich als Laie noch so viel Mühe geben und der Glocke doch keinen ordentlichen Ton entlocken. Denn es fehlt laut Klietz der Gegenklöppel, der für den Doppelschlag verantwortlich ist. Die Ledereinbindung des Klöppels ist verschwunden und die Glockenlagerung komplett verrutscht. Das zu reparieren würde rund 1000 Euro Kosten, schätzte Rolf Klietz ein.

Diese Reparatur soll nun in der Stadtverwaltung beantragt werden, so die Aussage des Ortschaftsrates. Denn der Friedhof ist als Gemeindeeigentum bei der Eingemeindung in die Verantwortung der Stadt übergegangen. „Der letzte Gang soll würdevoll sein“, erklärte der Ortsbürgermeister. Und dazu gehöre auch ein ordentlicher Glockenschlag.

Der Glockenturm der Trauerhalle, der 1970 von den beiden Tischlermeistern Felix und Bernhard Plaschke erneuert wurde, ist ansonsten vollkommen in Ordnung. Ob damals allerdings auch die Glocke überholt wurde, konnte Gustav Wienecke nicht sagen. Sie wurde vor Jahrzehnten von Hilka Hoppe, geborene Mechthild von Alvensleben, gestiftet. Es handelte sich um die Glocke, die ehemals in der kleinen Kirche derer von Alvensleben in Polvitz hing.

Von Elke Weisbach

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