Zustand des DDR-Blocks an der Krugbreite bereitet Jeseritzer Ortschaftsrat Sorge

„Da leben Menschen, die gefährdet sind“

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Da beißt sich der Fuchs in den Schwanz: Der DDR-Neubaublock an der Jeseritzer Krugbreite ist sanierungsbedürftig, weist Schimmel und Salpeter auf. Allerdings wird nicht investiert, weil es kaum Mieteinnahmen gibt. Einige Wohnungen stehen leer. Das wäre anders, so die Meinung des Ortschaftsrates, wenn investiert werden würde. Sie wollen dazu ein Gespräch mit der Stadt und der Wobau.

Jeseritz. Das Thema lag ihm am Herzen, sodass er am Ende der jüngsten Ratssitzung in Jeseritz darauf drängte, es aufs Tapet zu bringen und zu besprechen.

Denn der Zustand, so wie er sei, könne nicht bleiben, erklärte Ortschaftsrat Olaf Wendorff mit Blick auf den DDR-Neubaublock an der Krugbreite mit Nachdruck.

Schimmel und Salpeter hätten sich ausgebreitet und stellen eine Gesundheitsgefahr für die noch vorhandenen Mieter dar. Einige Wohnungen in dem Anfang der 1970er Jahre gebauten Gebäude stehen schon länger leer. Und die Aussage des Stadtkämmerers gegenüber dem Ortsbürgermeister, dass nicht investiert werde, weil es zu wenig Mieteinnahmen gebe und der Block verkauft werden solle, lasse er so nicht gelten, ereiferte sich Wendorff. Denn wenn die Stadt das Haus die nächsten 20 Jahre nicht verkauft bekommt, sollen die, die da wohnen, den Zustand solange aushalten, stellte er die Frage in den Raum. „Dort leben Menschen, die gefährdet sind. Junge Menschen, die vielleicht eine Familie gründen wollen.“ Und es würden, so seine Meinung, noch mehr Menschen einziehen, wenn saniert werden würde. Dass das derzeit schlecht möglich ist, „weil sie noch DDR-Standard haben“, wisse er auch. Aber, so Wendorff, „wenn die Wohnungen attraktiv sind, kommen auch Leute rein“, ist er sich sicher.

Aus diesem Grund plädierte er dafür, Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig und Wolfgang Oelze, den Geschäftsführer der Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), die das kommunale Gebäude für die Stadt verwaltet, zu einem Vor-Ort-Termin einzuladen, um mit ihnen diese Fragen zu diskutieren. Das sahen die anderen Ortschaftsräte auch so. „Das kann so nicht bleiben“, bekräftigte beispielsweise Alexander Köhler die Ausführungen. Und Ortsbürgermeister Reiner Köhler erklärte daraufhin, dass man sich dann heute schon für den Termin die drängendsten Fragen notieren sollte. Diese wurden im Anschluss zusammengetragen.

Eine explizite Einladung für dieses Gespräch ist zwar noch nicht im Rathaus angekommen, erklärte die Bürgermeisterin gestern auf Nachfrage. Aber sie kenne das Problem, das auch mit der Wobau mit Blick auf „lohnenswerte Investitionen“ diskutiert wurde und stehe für ein Treffen zur Verfügung. Sie stellte aber klar, dass akute Mängel auch sofort abgearbeitet werden.

Und bezüglich des Verkaufs des Gebäudes – auch Jeseritz plante 2009 noch als eigenständige Gemeinde schon einmal den Verkauf des Neubaublocks – war von Stadtkämmerer Maik Machalz zu erfahren, dass es noch keinen Interessenten gebe und das Verkaufsverfahren erst anlaufe.

Von Elke Weisbach

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