Gardelegens Gewerbeverein plant für dieses Jahr zwei lange Einkaufsnächte, jeweils freitags

„Leben von der Landbevölkerung“

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Gardelegens Gewerbevereins-Vorsitzender Peter Jaenicke (Mitte, umrahmt von den Vorstandsmitgliedern Claudia Steffens und Ulf Ulrich) hielt den Rechenschaftsbericht.

Gardelegen. Mit einer neuen Idee wollen die Händler in der Gardelegener Innenstadt mehr Kunden anlocken.

Im vergangenen Jahr hatten die Geschäfte am Denkmalstag geöffnet, es gab Aktionen. Für dieses Jahr ist noch nichts geplant.

Wie der Vorsitzende des Gardelegener Gewerbevereins, Peter Jaenicke, während der Mitgliederversammlung am Mittwochabend ankündigte, plant die Händler-Vereinigung an zwei Abenden in diesem Jahr jeweils ein „Late-Night-Shopping“. Dies betrifft zwei Freitage im Frühjahr und im Herbst, an denen die Innenstadt-Geschäfte jeweils bis 22 Uhr geöffnet haben sollen. Dieser Idee stimmten die Anwesenden – dem Gewerbeverein gehören derzeit 33 Mitglieder an – einmütig zu. Ziel ist es, auch solche Kunden ins Stadtzentrum zu locken, die sonst selten da sind, beispielsweise Berufspendler. Geplant sind diese langen Freitage am 7. April unter dem Motto „Düfte“ und am 3. November unter der Überschrift „Lichternacht“.

Dafür soll es in diesem Jahr weniger verkaufsoffene Sonntage geben. Nach jetzigem Stand nur zum Hansefest am 6. August und anlässlich des vom Gewerbeverein organisierten Weihnachtsmarktes am dritten Advent (17. Dezember). Einen Grund dafür nannte Vorstandsmitglied Claudia Steffens: Die Händler konzentrieren sich vorrangig auf das Kerngeschäft, also die Öffnungszeiten unter der Woche. Wenn es einen gut laufenden verkaufsoffenen Sonntag gebe, dann kämen die Kunden tags darauf und auch am Dienstag deutlich seltener in die Geschäfte.

Dass der Gardelegener Gewerbeverein nach jetzigem Stand nicht am Tag des offenen Denkmals öffne, kritisierte Stefan Kampe. „Es hat doch eigentlich funktioniert.“ Man müsse den Kunden Kontinuität anbieten, „wir haben da keine Ausdauer“. Dass im vergangenen September der Rathausturm nur wenige Stunden zugänglich war und das Stadtmuseum komplett geschlossen blieb, stieß den Händlern sauer auf. Bürgermeisterin Mandy Zepig, die bei der Versammlung anwesend war, versprach zwar Besserung und kündigte auch an, dass es am Denkmalstag erstmals Stadtführungen geben werde. Nach jetzigem Stand bleiben die die Innenstadtgeschäfte aber trotzdem am Denkmalstag (10. September) geschlossen.

Gewerbevereins-Vorsitzender Peter Jaenicke, der demnächst seinen 80. Geburtstag feiert („Ich bin ein Auslaufmodell. Ich halte im Innendienst den Laden zusammen, den Außendienst überlasse ich anderen“) erklärte nochmals, auf welche Kundschaft die Innenstadthändler vor allem setzen: „Wir leben von der Landbevölkerung.“

Von Stefan Schmidt

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