Wolfs-Warnschild auf dem Wall in Gardelegen sorgt für Verwirrung bei Spaziergängern

„Laut in die Hände klatschen“

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Sieht professionell aus, ist aber keine behördliche Warnung: Das Wolfs-Hinweisschild auf dem Wall in Höhe des Gardelegener Schützenhauses. 

Gardelegen. Es sieht professionell aus. Und hängt auf dem Gardelegener Wall. genauer: zwischen Ernst-Thälmann-Straße und Schützenhaus. Dort hat ein Unbekannter an einem Baum ein Warnschild zu Wölfen angebracht.

Aprilscherz oder Panikmache? Auf dem Wall in Gardelegen gab es bisher jedenfalls noch keine Wolfssichtung.

Ein Schild, das echt wirkt, aber nicht im Auftrag der Gardelegener Stadtverwaltung – der Wall ist städtische Fläche – angefertigt worden ist. Das betont Gardelegens Ordnungsamtsleiterin Birgit Matthies auf Anfrage der Altmark-Zeitung. „Von uns stammt dieses Schild nicht“, erklärt sie – und es gibt es auch keinen Verweis auf den Urheber.

Dabei klingt die Warnung vor Wölfen auf den ersten Blick glaubhaft. „Kinder an die Hand führen“ und „Hunde stets an der Leine führen“ – was ohnehin laut städtischer Satzung Pflicht für Hundehalter ist – klingt noch fast neutral. Dass Wanderer und Jogger „nur in Gruppen“ den Wall betreten und „stets zusammenbleiben“ sollten, ist jedoch deutlich übertrieben. Zumal Birgit Matthies erklärt, dass bisher noch keine Wolfssichtung auf dem historischen Wall in unmittelbarer Altstadtnähe gemeldet worden sei. Der Hinweis „Wird ein Wolf gesichtet, nicht flüchten, sondern laut in die Hände klatschen“ klingt jedoch wie ein vorgezogener Aprilscherz – und soll es wohl auch sein.

Nach Zeugenaussagen befindet sich das Schild seit mehreren Wochen an dem Baum. Zeitlich einzuordnen, nachdem die CDU im gleich daneben befindlichen Schützenhaus vor wenigen Wochen eine Informationsveranstaltung mit Vertretern aus Politik und Jägerschaft abgehalten hatte.

Sandra Hietel, die Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Gardelegen, die damals zu dieser Tagung eingeladen hatte, wusste bis zur Anfrage der Altmark-Zeitung aber auch nichts von der Existenz dieses Schildes. „Wir waren das nicht“, erklärt sie. Die CDU bemühe sich um eine sachgerechte Darstellung des Wolf-Themas. Ein solches irreführendes Schild sei keinesfalls im Sinne ihrer Partei.

Von Stefan Schmidt

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