"Setzen ein deutliches Signal"

Auch aus der Altmark: Land lässt abgelehnte Asylbewerber ausfliegen

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(Symbolbild)

Mieste / Leipzig. Das Land Sachsen-Anhalt hat gestern erstmals abgelehnte Asylbewerber aus der Republik Kosovo dorthin zurückfliegen lassen. Darunter auch ein Ehepaar und dessen Bruder, die in Mieste in einem Quartier des Altmarkkreises untergekommen waren.

„Seit Mitte Dezember waren sie dort“, weiß Dezernatsleiter Hans Thiele. Gestern sind die drei Kosovaren dann von dort nach Leipzig zum Flughafen gebracht worden. „Sie wussten über ihre Abschiebung bescheid“, sagte Thiele gegenüber der AZ.

Im Altmarkkreis laufen derzeit noch 503 Asylverfahren. Thiele schätzt, dass es weitere Abschiebungen „im zweistelligen Bereich“ geben wird, da die Antragsteller aus so genannten sicheren Ländern kommen.

Die vom Land gecharterte Maschine startete gestern um 13.32 Uhr von Leipzig nach Pristina, die Hauptstadt der Republik Kosovo. An Bord waren 74 abgelehnte Asylbwerber – 59 aus Sachsen-Anhalt, 14 aus Berlin und einer aus Hessen – sowie Beamte der Bundespolizei, ein Dolmetscher und ein Arzt.

„Mit der Sammelrückführung setzen wir ein deutliches Signal, dass Asylbewerber aus dem Kosovo, bei denen kein Schutzbedarf festgestellt wird, das Land verlassen müssen. Die Ressourcen für die Aufnahme von Flüchtlingen müssen denjenigen zugute kommen, die unseres Schutzes bedürfen“, begründete Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht.

Abgelehnte Asylbewerber haben die gesetzliche Pflicht, Deutschland wieder zu verlassen. Reisen sie nicht aus, ist die Ausreisepflicht zwangsweise durchzusetzen, hieß es aus dem Innenministerium. Dies wurde mit der Sammelcharter umgesetzt.

Die Asylanträge aus dem Westbalkan sind seit Oktober vergangenen Jahres stark gestiegen. In Sachsen-Anhalt wurden im ersten Halbjahr 2014 2449 Antragsteller von dort registriert. 909 von ihnen kommen aus dem Kosovo.

Die Unterkunft der drei aus Mieste abgeschobenen Kosovaren ist bereits gereinigt und geputzt – für die nächsten Flüchtlinge, die erwartet werden, so Dezernent Thiele.

Von Holger Benecke

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