Gardelegener Wehr seit knapp einem Jahr unter neuer Leitung / Konrad Fuchs „mehr als zufrieden“

Es läuft wieder bei der Feuerwehr

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Henrik Lehmann ist seit einem Jahr Wehrleiter in Gardelegen. Bürgermeister Konrad Fuchs sagte bei der Jahreshauptversammlung, er sei „mehr als zufrieden“ mit den Leistungen der Wehr.

Gardelegen. Die Feuerwehr scheint wieder zusammengerückt zu sein, die Kameradschaft untereinander klappe gut, meinte Bürgermeister Konrad Fuchs, als er am Sonnabend im Zuge der Jahreshauptversammlung einige Worte an die Feuerwehr Gardelegen richtete.

So erinnerte er an die Schwierigkeiten von vor zwei Jahren, die in Neuwahlen der Wehrleitung endeten, weshalb er sich jetzt besonders freue, dass die Feuerwehr eine „junge, starke und gut geführte Truppe“ sei.

Seit Anfang des vergangenen Jahres ist Henrik Lehmann Wehrleiter. Der 28-Jährige ist Berufsfeuerwehrmann bei der Bundeswehr. Es war insgesamt ein ereignisreiches Jahr 2014 für die Gardelegener Feuerwehr: „Von der Ölspur bis zum Verkehrsunfall mit Verletzten, vom Mülleimerbrand bis zum Waldbrand, war fast alles vertreten“, summierte Lehmann am Sonnabendabend bei der Jahreshauptversammlung im Gardelegener Gerätehaus.

Für die Wehr begann das vergangene Jahr am 3. Januar um 1.10 Uhr, als die Feuerwehr zu gleich zwei Bränden gerufen wurde. Mit 124 Alarmierungen in 2014 stieg die Einsatzzahl im Vergleich zu 2013 (106 Alarmierungen). Alle Einsätze seien reibungslos und ohne größere Probleme verlaufen, so Lehmann, obgleich es einige Herausforderungen gab: So erinnerte er an den Systemabsturz bei der Leitstelle am 23. Juli, wodurch sich die Feuerwehr Gardelegen zu einem gemeldeten Einsatz per Telefonkette eigenständig alarmieren musste. „22 Kräfte waren nach nur sieben Minuten auf dem Weg zum Einsatzort“, lobte Lehmann.

Derzeit hat die Feuerwehr Gardelegen insgesamt 93 Mitglieder, davon sind 56 im aktiven Dienst, 14 Ehrenmitglieder und 23 bei der Jugendfeuerwehr. Die aktiven Mitglieder sind durchschnittlich 32,5 Jahre alt. Die Truppe absolvierte im vergangenen Jahr über 2000 Ausbildungsstunden alleine am Standort. Darunter waren 23 Dienstabende, eine Ganztagsschulung Technische Hilfeleistung, drei Ganztagsschulungen Atemschutz und zwei Übungseinsätze. „Erfreulich ist hierbei, dass die Dienstbeteiligung von etwa 30 Kameraden recht stabil geblieben ist“, freute sich Lehmann.

Etwas mehr Dienstbeteiligung wünschte sich dagegen Jugendwart Stefan Wasmuth: „Die Dienstteilnahme liegt nach wie vor durchschnittlich bei 50 Prozent bei unseren Jugendlichen. Eine Elternversammlung wurde deswegen schon in diesem Jahr durchgeführt. Ich hoffe es wird besser.“ Bei der Jugendwehr machen aktuell fünf Mädchen und 18 Jungs mit. Damit hat sich die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr um vier verringert. Die Jugendfeuerwehr absolvierte 39 Dienste und Veranstaltungen. Dazu gehörten neben Ausbildungen auch einige Wettkämpfe, zum Beispiel in Roxförde, Wernstedt, Kloster Neuendorf und Jävenitz. Auch Ausflüge wurden gemacht, wie in die Feuerwache Salzwedel und ein Besuch bei der Berufsfeuerwehr in Magdeburg. Außerdem gab es zwei Fackelumzüge und ein Feuer auf dem Gardelegener Rathausplatz abzusichern; eine Einsatzübung beim Tag der offenen Tür; einen Dienst, bei dem die Mitglieder über Drogen aufgeklärt wurden sowie einen Grillnachmittag, das Verbandszeltlager in Arendsee und die Weihnachtsfeier. „Es war ein anstrengendes, aber auch ein erfolgreiches Jahr für unsere Jugendfeuerwehr“, schloss Wasmuth ab.

Bei der Jahreshauptversammlung fand vor allem die Kameradschaft und der Zusammenhalt in der Feuerwehr immer wieder lobende Worte. So äußerten sich neben Bürgermeister Konrad Fuchs auch Kreisbrandmeister Torsten Schoof, Stadtwehrleiter Sven Rasch und Ingo Kaufhold, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen, positiv über die derzeitige Stimmung in der Wehr. „Gardelegen hat dazu beigetragen, dass die Wehren zusammengerückt sind“, bescheinigte Kaufhold. Dies sei eine positive Entwicklung, nachdem es in den Vorjahren aus den Ortswehren eher kritische Äußerungen über die Gardelegner gegeben hatte. „Das Zusammenspiel zwischen den Feuerwehren klappt gut, das war nicht immer so. Ich bin stolz, hier so eine Truppe haben zu können“, so Fuchs.

Von Hanna Koerdt

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