Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt am Gardelegener Altmark-Klinikum neue Rettungswache in Dienst

„Kürzere Wege und schnellere Hilfe“

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Gardelegen. Bereits vor drei Jahren hatten sie die Rettungswache am Gardelegener Altmark-Klinikum übernommen. Seit gestern haben die 18 Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nun auch die Arbeitsbedingungen, die sie für ihre lebensrettende Tätigkeit brauchen.

Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Kirche nahm die Unfallhilfe gestern offiziell ihre neue Rettungswache in Gardelegen in Dienst.

Matthias Hahn, Geschäftsführer des Altmark-Klinikums, wirkte erleichtert. „Es ist keine schöne Sache, wenn man als Vermieter auf Mängel angesprochen wird“, sagte er. Heute sei für ihn daher ein besonders freudiger Tag. Denn nachdem bereits im vergangenen Jahr neue Garagen für die Rettungsfahrzeuge errichtet und hier zuletzt nur noch die Fußböden fertig gestellt worden seien, könnten die Mitarbeiter nun endlich auch in ihre umfangreich sanierten Aufenthaltsräume einziehen.

Rund 100 000 Euro und viele Arbeitsstunden in Eigenleistung habe man dafür in den vergangenen Monaten investiert. Doch sowohl Geld als auch Arbeitsstunden seien gut angelegt. Denn die Verbesserungen bedeuteten „kürzere Wege und schnellere Hilfe“ für die Menschen. „Und genau das ist uns eine Herzenssache“, betonte Matthias Hahn

Auch Reinhard Doberenz, Regionalvorstand der Johanniter, zeigte sich erfreut: „Früher hatten wir lange Wege zu unseren Rettungsfahrzeugen“, sagte er. Diese hätten unter Carports gestanden, in die es auch schon mal hineinregnete. „All diese Probleme haben wir heute nicht mehr“. Doberenz wurde in seiner Ansprache aber auch kritisch. So erklärte er, er wünsche sich, dass die Johanniter-Unfall-Hilfe auch über den derzeitigen Vertragszeitraum hinaus in Gardelegen arbeiten dürfe. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Ausschreibungspraxis für Rettungsdienstleister, die an einigen Standorten, ohne auf Qualifikationen zu achten, einseitig den billigsten Anbieter begünstigen würden.

Landrat Michael Ziche (CDU) wies diese Kritik zurück. Mit der Johanniter-Unfall-Hilfe habe man sich bewusst für einen Anbieter entschieden, der nicht der billigste gewesen sei und besondere Qualifikationen wie den Katastrophenschutz vorweisen könne. Ziche betonte, er wünsche sich einen leistungsfähigen Rettungsdienst für die ländlich geprägte Altmark. Der sei auch vonnöten, denn mit dem Austritt immer mehr älterer Hausärzte aus dem Berufsleben, würde die Inanspruchnahme der Rettungsdienstleister künftig ansteigen. „Ich habe großen Respekt vor ihrem Dienst“, erklärte der Landrat an die Mitarbeiterschaft gewandt. Er wünsche sich sichere Arbeitsplätze im Rettungsbereich, auch wenn er im Sinne der Bevölkerung auf möglichst wenige Einsätze hoffe.

Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs betonte die Bedeutung der neuen Rettungswache vor allem für die Hansestadt Gardelegen. „Heute ist ein guter Tag für Gardelegen“, sagte Fuchs. Denn mit der Schaffung einer leistungsfähigen Rettungseinrichtung erfahre Gardelegen eine Aufwertung als Arbeitsstandort und als Zentrum medizinischer Versorgung.

Kulturell umrahmt wurde die Eröffnung der Rettungswache durch die Kinder der benachbarten Kindertagesstätte „Krümelkiste“. Pfarrer Horst Dietmann trug mit seiner Bitte um Gottes Segen schließlich auch der Tatsache Rechnung, dass mit den Johannitern ein kirchlicher Träger den Rettungsdienst in Gardelegen ausübt.

18 Mitarbeiter, darunter mehrere Notärzte, arbeiten derzeit pro Schicht in der Gardelegener Rettungswache. In den 365 Tagen des vergangenen Jahres halfen sie zwischen Kakerbeck und Letzlingen sowie zwischen Miesterhorst und Hottendorf rund 2 000 Patienten.

Von Alexander Walter

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