Lachsalven bis die Tränen rollen / Bremer Tourneetheater begeistert im Schützenhaus mit „Der Lappen ist weg“

Kümmerlinge und Sardellen bei der MPU

Dr. Kögel (Ullrich Matthaeus) und Funke (r., Uwe Seidel) erklären sich, welcher unglückseelige Umstand zum Lappenverlust führte. Der Beamte Müller (l., Claus Franke) heizt das Gespräch an und gibt Kümmerlinge aus…

Gardelegen. Das Bremer Tourneetheater gab am Sonnabendabend ein Theatergastspiel in Gardelegen. Nicht das erste.

Denn nach erfolgreichen Auftritten mit „The Opposite Sex – Ehebrechen kann sich rächen“ (2009) und „Meier Müller Schulz“ (2010) gastierte das Theater im Schützenhaus nun mit der herrlich männlichen Komödie „Der Lappen ist weg“ – vom sinnlosen männlichen Sein ohne den Schein. Somit war die Theatercrew dem einen oder anderen Gardeleger bekannt.

Die Geschichte ist schnell erzählt und spielt sich im Landratsamt Friedberg ab, in dem sich zwei Männer treffen, weil man ihnen das genommen hat, was sie zum Mann macht – den Führerschein. Zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und nun kommt, was kommen muss: Mit dem Bitterfelder Landschaftsgärtner Funkel (gespielt von Uwe Seidel) und dem Wirt aus dem Sauerland Dr. Kögel (gespielt von Ullrich Matthaeus) prallen zwei Welten aufeinander: Ost und West… – und damit viele unterschiedliche Ansichten, Lebensweisheiten und Vorurteile.

Der Beamte von der MPU (Herr Müller, gespielt von Claus Franke), der medizinisch-psychologischen Untersuchung, soll nun prüfen, ob solchen Männern ihr Führerschein wieder ausgehändigt werden kann. Klarer Fall, meint man. Aufgepasst und die richtigen Antworten auf verfängliche Fragen gegeben – einfach, oder? Welch‘ trügerische Sicherheit!

Ganz schleichend manövrieren sich die beiden in die falsche Richtung. Zum Schluss stehen Themen wie Kümmerlinge, Sardellen, Toilettenpapier und Hamster zur Debatte. Was haben die mit dem Führerschein zu tun?

„Dieses Stück reiht sich nahtlos in unsere Reihe von sehr schrägen Komödien ein und wird erneut viel Spaß verbreiten“, wird in der Vorankündigung versprochen. Ein kurzer Blick ins Publikum verriet, dass diese Formulierung keinesfalls übertrieben war: Tränen rollten während der Lachsalven über die Wangen der Zuschauer und herzlicher Beifall am Schluss des Stückes belohnte die drei Darsteller für die erstklassige Unterhaltung.

„Ich hoffe, Sie hatten heute trotz manch derber Sprüche Spaß und bringen im nächsten Jahr, wenn wir wiederkommen, noch ein paar Freunde und Bekannte mit. Sie sehen ja, der ein oder andere Platz neben Ihnen ist noch frei. Den Saal kriegen wir auch noch voll, da bin ich mir ganz sicher! Wir wünschen Ihnen noch ein schönes Restwochenende und kommen Sie gut nach Hause“, verabschiedete Regisseur und Darsteller Ullrich Matthaeus das Publikum nach der gelungenen Vorstellung.

Von Andrea Wölkert

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