Planung für neue Brücke steht / Schäden sind seit 2002 bekannt

Kritik an Möllerbrücke bei Kämkerhorst

Die Möllerbrücke muss saniert werden. Schäden wurden schon 2002 festgestellt. Einen Plan für die Erneuerung gibt es aber.
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Die Möllerbrücke muss saniert werden. Schäden wurden schon 2002 festgestellt. Einen Plan für die Erneuerung gibt es aber.

Kämkerhorst – „Löchrig wie Schweizer Käse“ titelte am 8. November 2013 die Altmark-Zeitung über einem Artikel über die Möllerbrücke bei Kämkerhorst im Drömling.

Schon vor fast sieben Jahren war die Brücke Thema, nun sprach Harald Reich das denkmalgeschützte Bauwerk erneut in der Einwohnerfragestunde im Gardelegener Stadtrat an, der am Montagabend im Letzlinger Kulturhaus stattfand.

Die Brücke ist marode, hat zahlreiche Schlaglöcher. Obwohl es eine Tonnagebegrenzung gibt, die auf maximal vier Tonnen festgelegt wurde, fahren dort deutlich schwerere Fahrzeuge entlang. Genutzt wird die Brücke über die Ohre vor allem von landwirtschaftlichen Maschinen. Es fuhren aber auch schon Lkw und Busse über die Möllerbrücke. Verwunderlich ist das nicht, denn die Brücke liegt an der Hauptstrecke von Mieste und dem Kanal bei Piplockenburg. Das Bauwerk wird viel befahren. „Die Brücke ist kaputt“, sagte Harald Reich „und hätte schon repariert werden müssen“.

Er und die Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung – in der Nähe der Brücke befindet sich die Drömlingsinformation – haben dort immer mal wieder Schlaglöcher mit Schotter aufgefüllt, teilt Ranger Ulf Damm auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mit. Lange hält die Reparatur allerdings nicht. Die Schäden an der Brücke, unter anderem Risse, wurden bereits im Jahr 2002 festgestellt. 2013 war die Möllerbrücke Thema im städtischen Hauptausschuss.

Bürgermeisterin Mandy Schumacher informierte während des Stadtrates, dass die Möllerbrücke ein Gemeinschaftsprojekt mit Flecken Calvörde ist. Allen Institutionen sei die Problemlage bewusst, so Gardelegens Bürgermeisterin. In der vergangenen Woche habe es bereits einen Termin mit der Polizei vor Ort gegeben. „Wir haben unseren Teil gegeben, damit die Brücke saniert werden kann“, machte Mandy Schumacher deutlich. Bauamtsleiter Ottmar Wiesel teilte mit, dass die Stadt Gardelegen bereits 2013 ihren Anteil für die Planungsleistungen bezahlt habe. Seit dem sei aber nicht viel passiert, so Ottmar Wiesel, „wir sind in Abwartehaltung“. Er erklärte, dass das Gemeinschaftsprojekt von Calvörde geleitet werde. Das bisher keine Sanierung stattgefunden hat, könnte an der Einstufung in der Prioritätenliste liegen, mutmaßte der Bauamtsleiter.

Die Möllerbrücke soll über ein Flurbereinigsverfahren, das das Amt für Flurneuordnung, Landwirtschaft und Forsten (ALFF) trägt, saniert werden. Eine Planung gebe es sogar schon, aber noch keinen genauen Zeitpunkt für den Baubeginn, heißt es. Die Brücke wird nicht abgerissen. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde soll das Denkmal, welches 1906 von Professor Max Möller aus Braunschweig erbaut und zu den ältesten Stahlbetonbrücken in ganz Deutschland gehört, erhalten bleiben. Deswegen wird über das alte Bauwerk eine neue Brücke gebaut. Die Kosten werden zu 90 Prozent gefördert, der Eigenanteil liegt also bei zehn Prozent. VON INA TSCHAKYROW

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