Kriegsgräber-Pflege

Gestern auf dem Friedhof: Die Arbeit vieler Hände machte dem Einsatz schnell ein Ende.

KALBE. Der Heimatverein Kalbe hat sich entschieden, künftig die Kriegsgräber auf dem Kalbenser Friedhof zu pflegen. Von Conny Kaiser

Die Idee kam spontan. Ebenso spontan kam das Ja der Mitglieder, als Andrea Müller, Vorsitzende des Heimatvereins, gestern im Zuge eines Arbeitseinsatzes auf dem Friedhof vorschlug, sich ständig um die dortigen Kriegsgräber sowie um das Grab, in dem die Gebeine dreier jüdischer Mitbürger liegen, zu kümmern.

Erst im April hatte der Verein für rund 500 Euro zwölf neue Holzkreuze aufstellen lassen (wir berichteten). Sie zieren nun die Gräber von zehn Soldaten und zwei polnischen Landarbeitern, die zum Ende des Krieges im Lazarett – es war in der heutigen Grundschule eingerichtet – gestorben sind. Ursprünglich hatte die Stadt vor, sich um die Gräber zu kümmern, doch war dies an den Finanzen gescheitert.

Gestern nun fand ein Arbeitseinsatz statt, an dem sich 15 Vereinsmitglieder beteiligten und die Gräber innerhalb einer halben Stunde säuberten und mit je einer Geranie bepflanzten. Auch die Holzkreuze wurden poliert. Genau wie zwei steinerne Grabverzierungen. Unter einer liegen die Gebeine besagter jüdischer Mitbürger – sie waren 1988 vom Denkmalsplatz dorthin umgebettet worden –, unter der anderen die sterblichen Überreste einer gewissen Natali Dmitrijewna Dremljuk. Die 18-Jährige aus Kiew war bereits 1944 „unter tragischen Umständen“, wie es auf dem Stein heißt, in Kalbe verstorben.

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