Kreis im Mittelfeld

Der Altmarkkreis wird unter anderem durch land- und fortstwirtschaftliche Flächen geprägt. Aber auch Windkraftanlagen, wie zum Beispiel nahe des Kalbenser Ortsteiles Sallenthin, werden in der Studie als positiv bewertet.Luftbild: Fotostudio Wunberger

Altmarkkreis – Von Christian Ziems. Das Pestel-Institut mit Sitz in Hannover versteht sich als Forschungsinstitut und Dienstleister für Kommunen, Unternehmen und Verbände. Die Fachleute haben jetzt erstmals die Krisenfestigkeit aller deutschen Kreise und kreisfreien Städte untersucht.

Insgesamt 412 Regionen wurden unter die Lupe genommen. Der Altmarkkreis landet laut der Veröffentlichung des Instituts auf Rang 190 und damit im Mittelfeld. „Ob Banken kollabieren, Rohstoffe knapp werde oder der Klimawandel die Ernährungssicherheit bedroht, mag offen bleiben. Sicher ist: Die nächste Krise kommt bestimmt. Eine bewusste Vorbereitung darauf ist bisher die Ausnahme“, heißt es in einer Pressemitteilung.

In der Studie wurden 18 Indikatoren aus den Bereichen Soziales, Wohnen, Verkehr, Flächennutzung, Energie und Wirtschaft einbezogen. Das Institut verzichtete in der öffentlich zugänglichen Auswertung aber auf individuelle Zahlen zu den einzelnen Bewertungen. Für die 18 Indikatoren wurden die Noten 1 (oberes Drittel) 2 (Mittelfeld) und 3 (unteres Drittel) verteilt. Daraus ergab sich dann das Gesamtergebnis.

Der Altmarkkreis Salzwedel schnitt in Sachen öffentlicher Nahverkehr (die Kilometer der angebotenen Strecken wurden als Grundlage genommen), Landwirtschafts- / Waldflächen und Windkraft- / Biogasleistungen besonders gut ab. Die Fachleute schätzen die Mieterquote, die Wohnfläche, die Anzahl der gemeldeten Pkw, den Anteil ökologischen Anbaus auf den landwirtschaftlichen Flächen, die Anzahl der Beschäftigten, die nicht außerhalb der Region arbeiten sowie der vorhandenen Industriebeschäftigten und die kommunalen Schulden im deutschlandweiten Vergleich als mittelmäßig ein. Schlechte Noten bekam der Kreis bei der Höhe der Schulabgänger ohne Abschluss, der SGB II-Quote, der Hausarztversorgung, der Abwanderung (Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2008), der vorhanden Verkehrsflächen (Straßen und Wege) und für die Bereiche Solarthermie sowie Photovoltaik. Der Kreis wurde insgesamt in die Kategorie „mittlere Krisenfestigkeit“ eingestuft.

Etwas besser schnitten die Landkreise Stendal (eher krisenfest), Uelzen und Lüchow-Dannenberg (beide krisenfest) ab. Der Landkreis Gifhorn wurde als „eher krisenanfällig“ eingestuft. „Insgesamt zeigt die Studie, dass nicht unbedingt internationale Wettbewerbsfähigkeit Sicherheit für die Zukunft signalisiert“, so Matthias Günther vom Pestel- Institut. So wurde ein hoher Anteil an Industriebeschäftigten als negativ beurteilt. „Gerade in der öffentlichen Diskussion eher vernachlässigte Bereiche bieten Schutz vor den Auswirkungen von Krisen. Dezentrale Energieerzeugung, soziale Stabilität, Verfügbarkeit von land- und forstwirtschaftlichen Flächen sowie Arbeitsplätze vor Ort helfen bei der regionalen Abfederung weit mehr“, heißt es in der Pressemitteilung des Hannoveraner Forschungsinstitutes. Die Studie kann im Internet eingesehen werden. Die genaue Adresse lautet:http://www.pestel-institut.de

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