Gesunde Wurzeln, Blätter, Samen

Kräuter und Historie: Gardelegen möchte thematische Wallrundgänge anbieten

Künftig soll es eigenständige Wallrundgänge mit Maria Hellge (rechts) geben, bei denen Kräuter und Pflanzen allein im Fokus stehen. Die Premiere fand am Sonntag statt. Es war der erste Rundgang seit der Corona-Pause.
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Künftig soll es eigenständige Wallrundgänge mit Maria Hellge (rechts) geben, bei denen Kräuter und Pflanzen allein im Fokus stehen. Die Premiere fand am Sonntag statt. Es war der erste Rundgang seit der Corona-Pause.

Gardelegen – Brennnesselsamen können von unten nach oben von der Pflanze abgezogen und getrocknet werden. Sie schmecken auf dem Brot, in Salaten, in Soßen und auf Kartoffeln.

Und: Sie sind ein echtes Superfood, also ein besonders wertvolles Nahrungsmittel, für das kein Geld ausgegeben werden muss. Es wächst am Wegesrand. Davon überzeugten sich am Sonntagnachmittag die Teilnehmer eines Wallrundgangs in Gardelegen unter dem Motto „Vom Kräutlein ‘Nies mit Lust’ und anderen Gewächsen“.

Unweit des Salzwedeler Tors stehen auf dem Wall in Gardelegen sogar noch ein paar Hopfenranken.

Es war quasi die Premiere der Veranstaltungen, die im Zuge des 20. Jubiläums der „Gartenträume“ geplant war, erklärte ganz zu Beginn Rupert Kaiser, Mitarbeiter Kultur und Veranstaltungen in der Stabsstelle Stadtmarketing. Er führte die Teilnehmer allerdings nicht über den Wall, sondern überlies dies Maria Hellge. In der Vergangenheit hatten die Beiden die Rundgänge gemeinsam gemacht, doch „beides zusammen ist thematisch doch zu viel“, erklärt Rupert Kaiser, auch wenn sie sich gut ergänzten. Während seine Wallrundgänge eher komödiantisch angelegt sind und es um die Geschichte des Walls geht, gibt Maria Hellge ihr fachkundliches Wissen zu Kräutern weiter. Und weil beide Themengebiete eigenständig die Wallrundgänge ausfüllen können und sich Teilnehmer manchmal auch nur für eines der beiden Themen interessieren, sollen sie künftig getrennt voneinander angeboten werden.

Dass Maria Hellge zu praktisch jedem Kraut, was da gewachsen ist, etwas zu berichten weiß, verdankt sie ihrer Großmutter. Auch sie war eine Kräuterfrau und stellte für die Familie Salben und Tinkturen her. Als Kind fand Maria Hellge das schon interessant, „das hat mich geprägt“, sagt Maria Hellge. Und so berichtete sie den Teilnehmern, was sich aus Brennnesselsamen, -blättern und -wurzeln machen lässt und welche positive Wirkung die Pflanze auf die Gesundheit und sogar Schönheit hat. Auf dem Weg begegneten der Gruppe unter anderem noch Hopfen, Linden oder auch das „Ferkelkraut“. Die gelben Blüten gibt es gerade auf vielen Wiesen und sie sind essbar. VON HANNA KOERDT

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