Aktive aus Gardelegen sollen Dorfgemeinschaftshäuser nutzen können

Kostenlos feiern für Einsatzkräfte?

Dorfgemeinschaftshäuser - wie hier in Lüffingen – könnten bald von aktiven Einsatzkräften der Feuerwehren genutzt werden. Und zwar kostenlos. Das sieht ein Vorstoß von Bürgermeisterin Mandy Schumacher vor.
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Dorfgemeinschaftshäuser - wie hier in Lüffingen – könnten bald von aktiven Einsatzkräften der Feuerwehren genutzt werden. Und zwar kostenlos. Das sieht ein Vorstoß von Bürgermeisterin Mandy Schumacher vor.

Gardelegen – Wer aktives Mitglied einer der freiwilligen Feuerwehren im Gardelegener Stadtgebiet ist, der bekommt für jeden Einsatz ein sogenanntes Einsatzgeld.

Darüber hinaus dürfen Feuerwehrmitglieder – auch jene, die nicht im aktiven Dienst sind – die Freibäder im Gardelegener Stadtgebiet kostenlos nutzen. Dies alles soll die Arbeit der Ehrenamtlichen – die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Kommune – würdigen. Noch in diesem Jahr könnte eine weitere Vergünstigung für die aktiven Einsatzkräfte hinzukommen. Denn wie Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher während der Jahreshauptversammlung der Gardelegener Ortsfeuerwehr vor wenigen Tagen eher beiläufig erwähnte, plant die Stadtverwaltung, dass aktive Einsatzkräfte die Dorfgemeinschaftshäuser im Stadtgebiet auch für private Feiern kostenlos nutzen können. Bisher muss jede Privatperson für die Nutzung dieser Räume eine Gebühr entrichten. Von dieser Miete wäre dann beispielsweise der Gruppenführer, der seinen Geburtstag feiern will, ebenso befreit wie der normale Aktive, der ein Dorfgemeinschaftshaus für seine Hochzeitsfeier oder das silberne Ehejubiläum nutzen will.

Notfalls Ausweichen auf Nachbardörfer

„Die Idee stammt von mir“, sagt Mandy Schumacher. Und sie sieht auch keine Ungleichbehandlung der einzelnen Wehren. Denn in Gardelegen selbst gibt es, im Gegensatz zu vielen anderen Ortsteilen, gar kein klassisches Dorfgemeinschaftshaus, das genutzt werden kann. „Man kann ja stattdessen Räumlichkeiten in anderen Ortsteilen nutzen“, sagt die Bürgermeisterin. „Und außerdem: Wir haben in Gardelegen durchaus kommunale Räume“, beispielsweise den Rathaussaal und den einstigen Versammlungsraum in der früheren Verwaltungsmeinschaft (VG) südliche Altmark am Hopfentunnel.

Aber: Auch nicht alle Dörfer haben noch Dorfgemeinschaftshäuser. Manche sind verkauft, in Mieste beispielsweise gibt es ein solches Gemeinschaftshaus im klassischen Sinn auch nicht. In solchen Fällen, so erklärt Mandy Schumacher, könne man ja ebenfalls auf Nachbarorte ausweichen. Wer also in Roxförde wohnt und dort Aktiver in der Feuerwehr ist, könnte dann kostenlos das Dorfgemeinschaftshaus im benachbarten Wannefeld für eine private Feier nutzen.

Eine Benachteiligung und unliebsame Konkurrenz zu den Gaststätten sieht Mandy Schumacher ebenfalls nicht. Denn es gehe ja nur um die reine Miete, die erlassen werde. Alles andere – Essen und Getränke – müsse natürlich weiterhin der Gastgeber bezahlen. Und viele Feiernde, so die Bürgermeisterin, würden sich das Essen aus Gaststätten schon jetzt in die Dorfgemeinschaftshäuser liefern lassen.

Die Idee der kostenlosen Nutzung dieser Räume durch aktive Einsatzkräfte soll in der nächsten Woche an die Ortswehrleiter herangetragen werden. Anschließend wartet Mandy Schumacher auf die Reaktionen vonseiten der Feuerwehrleute. Wird die Idee unterstützt, würde eine Beschlussvorlage erarbeitet werden und dann müsste der Gardelegener Stadtrat über dieses Thema noch abschließend entscheiden. Dies soll, wenn es soweit kommen sollte, „noch in diesem Jahr“ passieren, hofft die Bürgermeisterin.

VON STEFAN SCHMIDT

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