Stadt lässt Konzept für Anlagen erstellen

Gardelegen: Immer mehr Anfragen für Fotovoltaikanlagen

Kurz vor Dannefeld soll rechts und links neben dem Weg eine Fotovoltaikanlage entstehen.
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Eine Anfrage für eine Fotovoltaikanlage gibt es auch für Dannefeld.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Für die Gardelegener Einheitsgemeinde gibt es vermehrt Anfragen für den Bau von Fotovolatikanlagen. Gefragt sind vor allem landwirtschaftliche Flächen.

Gardelegen – In den vergangenen Monaten gab es vermehrt Anfragen für den Bau von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen, informierte Bürgermeisterin Mandy Schumacher im Ausschuss für Bau- und Ordnungsangelegenheiten. Deswegen soll nun ein gesamträumliches Planungskonzept für Anlagen dieser Art für das gesamte Gemeindegebiet der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen durch ein externes Planungsbüro erarbeitet werden. „Damit wird eine Handlungsgrundlage für alle Beteiligten geschaffen“, sagt Bürgermeisterin Mandy Schumacher.

„Kein Einkommen“ für Landwirte

Oliver Stegert „würde das sehr begrüßen“ und Andreas Höppner findet es „gut, dass das die Verwaltung endlich macht“. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, welche Flächen dafür ausgewiesen werden, so Andreas Höppner weiter. Solch große Anlagen sind für die Ortsteile relevant, weswegen „wir ein Mitspracherecht haben müssen“, sagte Fabian Prochorowsky, der bereits im vergangenen Jahr solch ein Planungskonzept angeregt hatte. Kritisch sah Norbert Tendler das steigende Interesse für diese Anlagen in der Einheitsgemeinde, „da diese Flächen den Landwirten für die Bewirtschaftung verloren gehen“ und die Landwirte für diese Flächen „kein Einkommen“ haben.

Für den Bau dieser Anlagen gibt es vermehrt Anfragen auf landwirtschaftlichen Flächen, teils in Größenordnungen bis zu 100 Hektar, wie zum Beispiel bei Dannefeld (AZ berichtete). Früher wurden vor allem Konversionsflächen wie leer stehende Stallanlagen, Deponien, bereits versiegelte Flächen ohne Nutzung, genutzt, auf denen bereits ein baulicher Missstand herrschte, der dann zunächst beseitigt werden musste, ehe die Anlage installiert wurde.

Die planungsrechtliche Zulässigkeit für die Errichtung von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen erfordert eine gemeindliche Bauleitplanung. Der dafür erforderliche Bebauungsplan muss sich aus dem Flächennutzungsplan der Gardelegener Einheitsgemeinde entwickeln. Derzeit sind keine weiteren Sondergebietsflächen im Flächennutzungsplan ausgewiesen.

Landschaftschutzgebiete werden berücksichtigt

Im geplanten Konzept sollen Potenzialflächen für die Gewinnung der erneuerbaren Energie in der Einheitsgemeinde ermittelt werden. Grundlage zur Erstellung bilden überörtliche Planungen wie zum Beispiel der Landesentwicklungsplan. Berücksichtigung finden auch die drei Schutzgebiete in der Einheitsgemeinde: das Landschafts- und Naturschutzgebiet Drömling, das Landschaftsschutzgebiet Zichtauer Berge und Klötzer Forst sowie das Landschaftsschutzgebiet der Colbitz-Letzlinger-Heide.

Das Konzept wird die bereits eingegangenen Anträge auf den Bau von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen berücksichtigen und ermitteln, ob diese nach Abzug von Ausschluss- und Tabukriterien vollständig oder eingeschränkt geeignet sind.

„Wir haben in unserem Gemeindegebiet Flächen, die für diese erneuerbare Energie geeignet sind. Wir müssen ein gesundes Maß finden, wo das künftig möglich sein wird“, informiert die Bürgermeisterin.

Das Konzept gibt auch den Investoren mehr Sicherheit, da bereits in diesem Verfahren Träger öffentlicher Belange beteiligt werden und nicht erst während eines konkreten Antragsverfahrens festgestellt wird, dass etwas gegen die Planung spricht.

Die Erarbeitung des Konzeptes für Freiflächen-Fotovoltaikanlagen wird in diesem Jahr erfolgen. Im Anschluss wird es in den politischen Gremien der Hansestadt Gardelegen vorgestellt.

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