Gardelegens Gedenkstätten-Förderverein wählte neuen Vorstand

Verärgerter Konrad Fuchs bleibt Vorsitzender

Zwei Männer
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Konrad Fuchs (links) bleibt Vorsitzender.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Erstmals in geheimer Wahl hat der Gardelegener Gedenkstätten-Förderverein einen neuen Vorstand gewählt.

Gardelegen – Irgendwann platzte ihm der Kragen. „Da reißt man sich hier den A... auf und muss sich dann mit irgendwelchen Formalitäten herumschlagen“, zischte der verärgerte Vorsitzende des Gardelegener Gedenkstätten-Fördervereins in die Runde. Konkret gerichtet an eine bestimmte Person während der Versammlung im Rosen-Gesundheitscenter. Karl-Heinz Reuschel, einer der zwölf anwesenden Vereinsmitglieder, hatte nämlich eben die geheime Wahl des Vorstands beantragt – ein Novum in der Geschichte des Fördervereins. Ein Antrag, der Fuchs unvorbereitet traf. Also schrieb Ingolf Arndt die Namen des Vorstands – für jeden Posten stand jeweils nur ein Bewerber zur Verfügung – auf einen Zettel, eiligst wurde ein Kopierer gesucht, während Fuchs in der Vereinssatzung blätterte und den Passus fand, dass ein Drittel der Anwesenden – und nicht nur eine Person – eine geheime Wahl beantragen müsse. Daraufhin holte Reuschel eine andere Satzung hervor, in der dies nicht so drinsteht. Reuschel, der Vereinsmitglied ohne Funktion ist, wirft dem Vorstand um Fuchs, dem ehemaligen Gardelegener Bürgermeister, seit geraumer Zeit vor, dass die Mitglieder über die Arbeit des Vorstands nicht ausreichend informiert werden.

„Ich verstehe deinen Ärger“

Als Schlichter in diesem Streit fungierten Ingolf Arndt und Rüdiger Erben, der einstige Staatssekretär im Landes-Innenministerium, der auch Vereinsmitglied ist. „Ich verstehe deinen Ärger“, erklärte Arndt in Richtung Fuchs. Aber aus seiner eigenen reichhaltigen Vorstands-Erfahrung – Ingolf Arndt saß schon in Vorständen diverser Vereine – wisse er, dass es besser sei, die wasserdichte Variante, also eine geheime Vorstandswahl, zu nehmen. Und auch Rüdiger Erben beschwichtigte: Es gehe schneller, geheim zu wählen, als sich weiter über Satzungsfragen zu streiten.

Am Ende wurde geheim gewählt. Ruth Rothe, die scheidende Schatzmeisterin, verkündete das Ergebnis: Der 69-jährige Konrad Fuchs bleibt – bei einer Gegenstimme – weitere fünf Jahre Vorsitzender des Gedenkstätten-Fördervereins. Sein Stellvertreter ist der an diesem Tag beruflich verhinderte Torsten Haarseim, der auf den ausgeschiedenen Paul Schmidt folgt. Haarseim erhielt ebenso alle Stimmen wie die neue Schatzmeisterin Birgit Matthies und Beisitzer Dr. Hans-Joachim Becker. Der zweite Beisitzer Klaus-Peter Schukies wurde bei einer Gegenstimme ebenfalls in den Fördervereins-Vorstand gewählt.

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