Die „Erica“ bekam Dresche

Klönbanktag des Jävenitzer Heimatvereins mit historischer Vorführung

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Die alte „Erica“ diente als Gerät zum Dreschen. Zweimal wurde diese traditionelle Erntetechnik vorgeführt.

Jävenitz – Bisher standen die Klönbänke des Jävenitzer Heimatvereins in den Jahren zuvor an verschiedenen Adressen.

Doch am Sonnabend, als es den dritten Klönbanktag im Ort gab, hatten sich die Organisatorinnen etwas Neues ausgedacht: Auf dem Hof von Reinhard Piel an der Breiten Straße versammelten sich zahlreiche Dorfbewohner und ihre Gäste, um in der schattigen Scheune zu klönen.

Dazu gab es von den Frauen des Heimatvereins „eine Vesper wie früher am Feldrain“, also während der Ernte. Neben Muckefuck gehörten auch Schmalzstullen sowie Streusel- und Butterkuchen dazu – natürlich selbst gemacht.

Wie man solcherlei Sachen im Ofen der Heimatstube am Weidenhof in Jävenitz tatsächlich selbst herstellt, zeigte ein Film, den sich die Besucher anschauen konnten. Und im Laufe des Nachmittags gab es zwei Vorführungen von Reinhard Piel und seinen Mitstreitern der „Freunde alter Landtechnik“ aus Hohendodeleben in der Börde. Sie hatten nicht nur historische Landmaschinen mitgebracht und an der Breiten Straße ausgestellt. Zweimal wurde auch die alte „Erica“ angeschmissen, die dann buchstäblich „Dresche“ bekam: Stroh wurde im Schweiße des Angesichts bei Temperaturen um 30 Grad gedroschen. Die Maschine selbst stammt wohl aus den 1930er Jahren. Die Besucher konnten den Vorgang live und hautnah mitverfolgen – mitsamt der Erläuterungen durch die Landwirtschaftsfreunde aus der Börde.

Drinnen hatten Maik und Christian Matthies historische Fotos der früheren landwirtschaftlichen Arbeit in und um Jävenitz aufgehängt. Manch ein Besucher erkannte dabei seine Vorfahren oder Bekannte aus früheren Zeiten während der Erntearbeiten wieder.

VON STEFAN SCHMIDT

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