„Kleine perfekte“ Montagstreffen

Helen Ebeling puzzelt mit Söhnchen Luca. Bernadett Sutter (r.) schaut zu. Mit den beiden Muttis treffen sich wöchentlich zehn Frauen bei Cameo. Einige Plätze wären allerdings noch frei.

Gardelegen - Von Gesine Biermann. Sie sind ein so genanntes „Mikroprojekt“. „Klein und perfekt“ ist auch die Bedeutung ihres Namens: Die Selbsthilfegruppe Cameo bietet Frauen mit Kindern einen Anlaufpunkt, um alltägliche Probleme zu besprechen und auch, um einfach mal abzuschalten und zu klönen. Nach vier Treffen zieht Gruppenleiterin Doreen Gebbert jetzt ein erstes Fazit.

Der kleine Luca flitzt wie ein Blitz die Treppe hoch. Er will sich nur mal kurz vergewissern, ob Mamas Fahrrad noch da steht. Es ist noch da, Mama natürlich auch. Helen Ebeling sitzt mit anderen Muttis am Tisch im Keller der Gardelegener VS-Begegnungsstätte. Und während sie für Luca ein Puzzle auspackt, plaudert sie über dies und das. „Es tut gut, wenn man einfach mal so zusammensitzen kann“, sagt sie. „Wir reden über alles Mögliche, vor allem aber über die Kinder.“ Denn eines eint die zehn Frauen, die sich hier an jedem Montag zwei Stunden lang treffen: Alle sind Mütter von kleinen Kindern. Klar, dass die eine die Sorgen der anderen kennt.

Aber es geht natürlich nicht nur darum, sich auszutauschen. An jedem zweiten Montag bereitet Gruppenleiterin Doreen Gebbert eine Art Workshop vor. „Wir basteln dann gemeinsam mit den Kindern, oder wir machen Spiele“, sagt die zweifache Mutter.

So sollen sich die Teilnehmerinnen Anregungen holen, wie man die Zeit mit den Kindern sinnvoll verbringen kann.

„Kleine Tipps und Tricks“, wie sich die Kids beschäftigen lassen, könne man so immer mit nach Hause nehmen, versichert auch Bernadett Sutter. Wie gut ihr die wöchentlichen Treffen gefallen, ist auch ihr anzusehen. Denn ihre beiden Racker halten ihre Mama meist ganz schön auf Trab. Montags aber lassen sie Mama mal ein Weilchen Luft holen. Denn der vierjährige Jeremy und der zweijährige Jason verstehen sich prima mit den anderen „Montags“-Kindern bei Cameo. Wie eigentlich alle Kinder, so versichern die anwesenden Mamas. Und während die Jungs mit kleinen Autos oder Bällen lieber ein bisschen toben, machen die kleinen Mädchen am liebsten Brettspiele oder malen. Am vergangenen Montag ist die fünfjährige Ann-Marie eine von ihnen. Auch sie „kommt richtig gern mit“, weiß ihre Mama Franziska Burde.

Beim letzten Mal übrigens hatten sich die Frauen der Gruppe, allen voran Doreen Gebbert, etwas ganz Besonderes ausgedacht. Die kleine Jasmin nämlich hatte Geburtstag. Und so wurde aus dem ohnehin geplanten Workshop einfach ein Geburtstagsworkshop. So richtig mit vielen Spielen, sogar mit kleinen Preisen für die Gäste und natürlich auch hier mit jeder Menge Anregungen für die jungen Muttis, wie so ein Kindergeburtstag zu einem echten Highlight werden kann. Für die Preise hatten die Muttis übrigens alle zusammengelegt, wie auch zu manchen anderen kleinen Aktionen, für die mal ein bisschen Geld vonnöten ist.

Die Arbeit der Gruppe selbst, einschließlich der Räume und auch die Hilfe durch Erzieherin Elke Probst von der L.O.K (Lösungsorientierte kurztherapeutische Hilfe) in Gardelegen, die bereits die Vorgängergruppe ins Leben gerufen hatte und nun auch die neue Gruppe in Erziehungsfragen berät und betreut, wird durch das Programm „Stärken vor Ort“ aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums, des Europäischen Sozialfonds und der EU finanziert (wir berichteten). Rund 6 300 Euro waren im März für Cameo, als eines von insgesamt neun Mikroprojekten, bewilligt worden.

Dass das Geld in ihrem Fall richtig angelegt ist, beweisen nun wöchentlich die Frauen und Kinder, für die die „perfekten, kleinen“ Montagstreffen schon zum festen Bestandteil ihres Wochenablaufes geworden sind. Und die den jungen Müttern vielleicht längerfristig helfen, den Alltag mit Kindern spannender zu gestalten, aber trotzdem entspannter zu sehen.

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