Interessent für unter Denkmalschutz stehendes Gebäude

Kleinbahnhof Gardelegen: Neuer Versuch

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Der ehemalige Kleinbahnhof am Burgwall steht seit vielen Jahren leer. Nach Angaben von Bauamtsleiter Engelhard Behrends gibt es aber einen Interessenten.

Gardelegen – Es ist eines jener Gebäude, um das man mit auswärtigen Besuchern möglichst einen weiten Bogen machen sollte. Denn der Kleinbahnhof am Burgwall in Gardelegen ist das, was man landläufig einen Schandfleck nennt.

Seit vielen Jahren steht das als Einzeldenkmal eingestufte historische Fachwerkgebäude leer.

Züge halten dort seit Jahrzehnten nicht mehr. Und seit rund 15 Jahren tut sich dort ohnehin so gut wie gar nichts mehr.

Das könnte sich aber ändern. Wie Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends während der jüngsten Zusammenkunft des städtischen Hauptausschusses erklärte, habe die Stadt vor, vorsorglich 100.000 Euro in den Investitionsplan für die nächsten Jahre aufzunehmen. Denn sollte sich dort etwas tun, könnte die Kommune einem eventuellen Besitzer über Stadtumbau-Sanierungsmittel finanziell unter die Arme greifen.

Behrends erläuterte weiter, dass es aktuell einen Interessenten gebe, der dort möglicherweise investieren wolle. Es habe schon erste Gespräche gegeben. Noch ist allerdings nichts unterschriftsreif. Aber: Es gibt die leise Hoffnung, dass das längst heruntergekommene Gebäude – unter anderem sind viele der Scheiben demoliert – in irgendeiner Weise genutzt werden kann.

Zur Erinnerung: Der letzte Besitzer aus Niedersachsen gab vor zweieinhalb Jahren auf, weil eventuelle Pläne nicht umgesetzt werden konnten. Mehr noch: Ende 2015 herrschte zwar kurzzeitig hektische Betriebsamkeit auf dem einstigen Kleinbahnhof-Gelände. Doch der Abriss des Garagenkomplexes gleich neben dem Hauptgebäude war von der Denkmalschutzbehörde nicht genehmigt worden – weil sie erst gar nicht, was hätte getan werden müssen, um Erlaubnis gebeten wurde. Was folgte, war ein vom Kreis angewiesener Baustopp.

Davor hatte ein in Gardelegen beheimateter Besitzer bereits versucht, dem Kleinbahnhof wieder Leben einzuhauchen. Doch er gab angesichts der Auflagen des Denkmalschutzes ebenfalls auf.

VON STEFAN SCHMIDT

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