Berger Ortschaftsrat zu Besuch in der Kita „Wichtelstübchen“

„Es ist klein, aber fein“

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Die neue Kita-Leiterin Anika Friedrichs (4. von links) führte gemeinsam mit Manuela Dietrich-Beckers von der Stadt (daneben) und Andrea Dannies vom Elternkuratorium den Ortschaftsrat durch die Berger Kindertagesstätte.

Berge. „Was lange währt, wird endlich gut“, erklärte Berges Ortsbürgermeister Paul Berlin am Montagabend. Denn im dritten Anlauf gelang es dem Ortschaftsrat nun, der Kindertagesstätte (Kita) „Wichtelstübchen“ im Dorf einen Besuch abzustatten.

Das war im Dezember vergangenen Jahres wie auch zur Februarsitzung aus verschiedenen Gründen gescheitert. Doch Paul Berlin blieb dran. Das Interesse der Ortschaftsräte, sich in der Einrichtung umzusehen und mit der nun neuen Leiterin zu sprechen, war nämlich groß. Schließlich gehöre die Kita zum Dorf Berge, erklärte er, und „wir wollen uns um sie kümmern“. Deshalb freute es ihn und seine Ratskollegen umso mehr, als sie am Montag bereits von Anika Friedrichs – die Laatzkerin leitet seit dem 1. Februar die Einrichtung – Andrea Dannies von Elternkuratorium und Manuela Dietrich-Beckers, in der Gardelegener Verwaltung für die Kitas zuständig, erwartet wurden.

19 Kindergarten- und elf Krippenkinder besuchen das „Wichtelstübchen“ derzeit, das zwar nicht so viel, aber nach Meinung der Kita-Chefin, die die Gäste herumführte, doch ausreichend Platz bietet. So werden beispielsweise im Raum der Kindergartenkinder Stühle, Tische und Spielzeug für den Mittagsschlaf an die Seite geschoben. „Es ist klein, aber fein“, sagte auch Andrea Dannies. „Und wir sind stolz auf unsere Erzieherinnen“, fügte sie hinzu. Und das ist auch Ortsrätin Ruth Hupe wichtig. „Wir wollen, dass unsere Kinder liebevoll betreut werden und brauchen kein Hightech. Das Dorf lebt und stirbt mit seiner Kindereinrichtung. Wir wollen sie erhalten“, erklärte sie in Richtung Manuela Dietrich-Beckers. Und auch Kita-Chefin Anika Friedrichs erklärt, dass es aus pädagogischer Sicht „Quatsch“ sei, kleine Einrichtungen zu schließen. Hier könnten die Kinder genauso ihre Kreativität ausleben. Vier Mitarbeiterinnen betreuen die Mädchen und Jungen. Vormittags kommt zudem noch ein Kollege für zwei Stunden.

Anlass für die Sorge um die Einrichtung sind die von Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs vor längerem geäußerten Vorstellungen, nach eventueller Schließung der Grundschule Estedt diese als „Kinderzentrum im Norden“ auszubauen, erläuterte Paul Berlin noch einmal bei der Fortführung der Sitzung im Sportzentrum, was Frank Jilge als „Massenkinderhaltung“ kommentierte. Sollten diese Überlegungen wirklich umgesetzt werden – die Zukunft der Estedter Grundschule steht während der Stadtratssitzung am Montag, 16. März, auf der Tagesordnung –, könnte die Berger Einrichtung als überflüssig erachtet werden, was verhindert werden soll. Darin wurde der Ortschaftsrat am Montag bestärkt.

Denn, so resümierte Paul Berlin nach der Besichtigung: „Ich bin ganz angetan von unserer Einrichtung. Das hatte ich nicht erwartet.“ Die Betreuungskräfte scheinen sich wohl zu fühlen, was wichtig sei. Und auch von den Seiten der Eltern gebe es Zustimmung, was die gute Auslastung zeige. Sogar am Montagabend, als die Räte vor der Tür standen, war eine Mutter aus Laatzke da, die ihren Sohn anmelden werde.

Von Elke Weisbach

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