Klappe die Erste: Otto kommt heim

Gardelegen – von Stefan Schmidt . Die Zug-Reisende, die aus dem Bahnhofsgebäude nach draußen gehen wollte, schaute leicht irritiert. Sie glaubte wohl, sie wäre im Film. War sie auch.

Denn direkt vor dem Gardelegener Bahnhofsgebäude drehte gestern ein Filmteam des MDR eine Sequenz für einen Beitrag über Otto Reutter. Gardelegens bekanntester Sohn, 1870 an der Sandstraße zur Welt gekommen, starb vor fast 80 Jahren. Sein Todestag jährt sich am 3. März. Und am Donnerstag, 10. März, zeigt der Mitteldeutsche Rundfunk abends ab 23 Uhr einen halbstündigen Film über eben diesen Otto Reutter. Und zwar im Rahmen der Reihe „Lebensläufe“. Hans-Joachim Mertens, Hobby-Historiker aus Weteritz, kommt dabei ebenso zu Wort wie Reutter-Darsteller Manfred Brandt aus Wannefeld und der wohl bekannteste Reutter-Imitator, Fernsehstar Walter Plathe. Und sogar ein Original-Filmschnipsel mit dem echten Otto Reutter hat Produzent Hans Jürgen Teske ausfindig gemacht.

Ansonsten verkörpert Meigl Hoffman den Humoristen, der um das Jahr 1900 im Berliner Wintergarten Erfolge feierte, immer aber wieder nach Gardelegen zurück kehrte und hier auch auf dem Friedhof begraben liegt. Gestern stolzierte Hoffmann alias Reutter aus dem Bahnhofsgebäude heraus, rief ein Taxi, um zu seinem Altersruhesitz Waldschnibbe chauffiert zu werden. Dort wurde ebenfalls gedreht. Wie auch am Otto-Reutter-Denkmal in der Fußgängerzone und am Grab selbst, wo Otto Reutter Blumen für seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn niederlegte.

Vorteil des Drehs am Gardelegener Bahnhof: Nichts musste umgestaltet werden, die Kulisse ähnelt der vor mehr als hundert Jahren. „Das sieht hier wirklich etwas heruntergekommen aus“, wunderte sich Produzent Teske über das marode Gebäude, das sich somit unfreiwillig nahtlos in die Reutter-Zeit einpasste.

Meigl Hoffmann, der Reutter-Darsteller aus Leipzig, ist selbst mit zwei Reutter-Progammen auf Bühnen unterwegs. Am Donnerstag, 24. Februar, auch im Gardelegener Schützenhaus. „Mir ham´se als jeheilt entlassen“, heißt sein dann vorgetragenes Programm, zu dem der Eintritt als Vorprogramm eines SPD-Wahlkampfabends frei ist. Beginn der Vorstellung ist um 18 Uhr.

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