Gewerkschaft fordert Erhalt

Kinderklinik in Gardelegen: Schließung wäre „das falsche Signal“

Derzeit wird die künftige Ausrichtung der beiden Standorte des Altmarkklinikums in Salzwedel und Gardelegen diskutiert. Zur Debatte steht dabei auch eine mögliche Schließung der Kinderklinik am Standort Gardelegen.
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Derzeit wird die künftige Ausrichtung der beiden Standorte des Altmarkklinikums in Salzwedel und Gardelegen diskutiert. Zur Debatte steht dabei auch eine mögliche Schließung der Kinderklinik am Standort Gardelegen.

Gardelegen – Die mögliche Schließung der Kinderklinik am Altmarkklinikum Gardelegen schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem Kommunen und Förderer angekündigt haben, mit verschiedenen Maßnahmen um den Erhalt zu kämpfen, meldet sich nun auch die Gewerkschaft Verdi zu Wort.

Sie stehe an der Seite der Beschäftigten und Bewohner in und um Gardelegen und verlange den Erhalt der Kinderklinik.

Verdi: „Unfassbar“

Nach Ansicht der Gewerkschaft sei es „das falsche Signal, wenn sich selbst öffentliche Träger wie die Salus Altmark Holding aus der Fläche zurückziehen“.

Dass die Schließung ernsthaft diskutiert werde, habe man „mit Entsetzen“ zur Kenntnis genommen, sagt Jens Berek, Verdi-Gewerkschaftssekretär im Bereich Gesundheitswesen. Solche Geschäftsgebaren kenne man bisher von privaten Trägern, die sich aus Gründen der Profitmaximierung von unrentablen Bereichen trennen. Dass dies nun in Gardelegen passieren könnte, sei „unfassbar“. Verdi erwartet, dass sich die Salus Altmark Holding zu ihrem Auftrag, der Gesundheitsversorgung in der Fläche, bekennt und der Bevölkerung keine weiten Wege für kranke Kinder und deren Eltern zumutet.

Auch die CDU im Landtag wertet eine mögliche Schließung als „klares Signal gegen den ländlichen Raum“. Die Christdemokraten erwarten, dass der Klinikträger nach Modellen sucht, wie der Standort Gardelegen erhalten werden kann. Die Förderung des Mutter-Kind-Zentrums sei dabei nur ein Kriterium.

CDU setzt auf Dialog

„Wir hatten im Landtag mehrfach die Diskussion, ob die Privatisierung von Krankenhäusern der richtige Weg war“, schildert Sandra Hietel, Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag. Wenn jetzt ein faktisch öffentlicher Krankenhausträger die Kinderklinik in Gardelegen schließen sollte, „wäre dies ein völlig falsches Signal bei den anstehenden Debatten zur Zukunft der Krankenhauslandschaft in unserem Land“. Die CDU setze auf Dialog mit dem gemeinsamen Ziel, der Gardelegener Kinderklinik eine Zukunft zu geben.

Hietel ist auch Vorsitzende des Sozialausschusses im Gardelegener Stadtrat, der auf ihre Initiative hin am heutigen Montag eine Resolution gegen Schließungspläne verabschieden will (AZ berichtete).

Konkrete Aussagen der Salus Altmark Holding stehen indes weiterhin aus. Man verweist auf interne Debatten. Aufsichtsratsvorsitzende Beate Bröcker teilte lediglich mit, dass der Aufsichtsrat für eine gute Zukunft beider Standorte stehe und dass bei der Ausrichtung der Standorte sorgsam abgewogen werde. Gleichzeitig müsse dem Anpassungsbedarf, der sich aus verändertem Patientenaufkommen und Fachkräftemangel ergibt, Rechnung getragen werden.  mei

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