Referentin Heike Kammer spricht mit Schülern der Gardelegener Goethe-Grundschule über ökologische Kinderrechte

Kinder haben ein Recht auf eine saubere Umwelt

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Zum Beginn der Unterrichtsstunde wollte Referentin Heike Kammer von den Viertklässlern wissen, was sie denn über Kinderrechte wissen. Gekonnt zählten ihr die Schüler einige ihrer Rechte auf.

Gardelegen. „Was sind Kinderrechte?“ fragte Heike Kammer die Viertklässler der Goethe-Grundschule. Und die Grundschüler waren ziemlich gut informiert.

„In die Schule gehen zu dürfen“, „Zeit zum Spielen haben“, „nicht in den Krieg ziehen zu müssen“, „keine Gewalt an Kindern zu verüben“ zählten die Schüler gekonnt auf. Ein Begriff schien den Kindern allerdings neu zu sein – ökologisches Kinderrecht. 

Aus diesem Grund ist Heike Kammer – sie arbeitet im Bereich der internationalen Friedensarbeit für die Organisation „Peace brigades“ als Referentin für globales Lernen – am Montag in die Goethe-Grundschule nach Gardelegen gekommen, um mit den Kindern der dritten und vierten Klasse über ökologische Kinderrechte zu sprechen.

Zum Thema „Ökologische Kinderrechte“ schauten sich die Schüler den Film „Kinder haften für ihre Eltern“ an.

Der Begriff „ökologische Kinderrechte“ befasst sich mit dem Recht eines jeden Kindes, in einer intakten Umwelt, frei von Umweltbelastungen und Umweltzerstörungen, aufzuwachsen. Das ist in der heutigen Zeit nicht der Fall. Man denke beispielsweise an das Fischsterben im Titicacasee in Südamerika, an den Überschuss an Schwefeldioxid in der Luft von Ilo in Peru, an die versalzenen Böden im Mekong-Delta in Vietnam, an die Erosion der Flussufer in Ostindien und an die Pestizide im Fluss Dongnai im Süden Vietnams. Und der Einsatz von Pestiziden kommt nicht nur in den Ländern der Dritten Welt vor, sondern auch in der deutschen Landwirtschaft. „Pestizide sind Gifte, die auf Pflanzen gesprüht werden, damit Schädlinge auf Pflanzen getötet werden. Diese Giftstoffe können den Boden und uns Menschen krank machen“, erklärte Heike Kammer den Schülern. Kinder sind, laut der Referentin, von diesen massiven Umweltbelastungen noch stärker betroffen als Erwachsene, da ihre Organe nicht vollständig entwickelt sind und ihr Immunsystem besonders anfällig ist. Besonders gefährlich ist es für den Menschen, wenn die verschiedenen Giftstoffe in das Trinkwasser gelangen. Nach Angaben der Hilfsorganisation „Terre des hommes“, deren Infomaterial Heike Kammer an die Grundschüler verteilte, sterben rund 4000 Kinder täglich allein durch verunreinigtes Wasser. Und dabei ist es das erste und damit wichtigste ökologische Kinderrecht – das Recht auf sauberes Wasser, so die Referentin.

Heike Kammer möchte mit ihrem Vortrag die Kinder für das Thema sensibilisieren, möchte sie zum Nachdenken anregen, sie auffordern, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und ihnen die ökologische Landwirtschaft als Alternative vor Augen führen. Aus diesem Grund schaute sie sich mit den Kindern den Film „Kinder haften für ihre Eltern - genug geredet – ökologische Kinderrechte achten“ an, der auf das falsche Umweltverhalten der Erwachsenen, was auf ein zerstörerisches Wirtschaftssystem basiere, eingeht und die daraus resultierenden Folgen für die Kinder.

Um ihr Wissen zu festigen, spielten die Viertklässler ein Frage-Antwort-Spiel zum Thema ökologische Kinderrechte. Zum Schluss des Projekttages bemalten die Grundschüler Plakate, auf denen ihre Ideen für eine saubere Umwelt abgebildet sind. Der Tag mit Heike Kammer war für die Kinder nicht nur abwechslungsreich und spaßig, sondern auch lehrreich zugleich.

Von Marilena Berlan

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