Viele Infos und wertvolle Tipps beim sehr gut besuchten 16. Diabetestag im LIW-Saal

44 Kilo Zucker pro Kopf und Jahr

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Mit Musik geht alles bessser: Hanna Gäde lud die Besucher des 16. Diabetestages im Gardelegener LIW-Saal zur Bewegung ein. 

Gardelegen. Dass der Bedarf weiterhin besteht, zeigten die Resonanz am Sonnabend beim 16. Diabetestag, zu dem wieder das Team der Inneren Medizin des Gardelegener Altmark-Klinikums in den LIW-Saal des Jugendförderungszentrums eingeladen hatte.

Fast alle bereitgestellten Plätze zu den Fachvorträgen waren besetzt.

Hjalmar Koppatz bedankte sich bei Kathrin Gäde für die Ausführungen über gesunde Ernährung. Sie gehören zum Vorbereitungsteam.

Nach der Begrüßung durch den Diabetologen Hjalmar Koppatz wurde der Reigen von der Endokrinologin am Gardelegener Krankenhaus, Nonna Kruschilin, eröffnet, die über die Schilddrüse und den Stoffwechsel referierte. Denn Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes sind endokrine Erkrankungen, die auf einer Über- oder Unterfunktion von Drüsen basieren, erläuterte Chefarzt Dr. Michael Schoof dazu. Es seien beides Autoimmunerkrankungen, die sich auch gegenseitig bedingen können.

Er selbst sprach am Sonnabend über den „alternden Diabetiker“, was der aktuellen Entwicklung geschuldet ist. Denn zuckerkranke Patienten haben heute ein längeres Leben. „Mehr als die Hälfte der zehn Millionen Diabetiker in Deutschland sind über 65 Jahre alt. 25 Prozent der Altenheimbewohner sind Diabetiker“, erklärte Dr. Schoof. „Das wird uns zunehmend beschäftigen.“ Verstärkt müsse deshalb beispielsweise die Medikamentengabe hinterfragt werden. Man müsse priorisieren, welche Krankheit lebensbedrohlich sei, was also unbedingt medikamentös behandelt werden müsse.

Wer halbwegs gesund altern möchte, so der Chefarzt, sollte aktiv und in Bewegung bleiben. Das gelte gleichermaßen für den Körper als auch für das Gehirn. Gerade der Zuckerstoffwechsel könne damit positiv beeinflusst werden. Das gilt auch für die richtige Ernährung, die häufig an der Zeit für die Zubereitung eines frisch gekochten Essens, den hohen Kosten für frische Zutaten, der Motivation und vor allem am inneren Schweinhund scheitert, wie Diabetes- und Ernährungsberaterin Kathrin Gäde erklärte. Dennoch sei die Reduktion von Zucker, dem größten Übeltäter, das A und O. Lag um 1900 der Zuckerverbrauch im Jahr bei 400 Gramm pro Kopf, so liegt er heute bei 44 Kilogramm. Vor allem in Fertigprodukten, die gemieden werden sollten, sei viel Zucker enthalten. Kathrin Gäde empfahl deshalb, „zurück zur Natur“. Ihre Kollegin Kathrin Karow sprach später noch über Überzuckerung.

Doch es gab nicht nur Vorträge während der zweistündigen Veranstaltung. Hanna Gäde von der Tanzschule Müller sorgte für Bewegung. An verschiedenen Ständen konnte man den Blutzucker und -druck messen lassen. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen gaben zudem Informationen für die Pflege im Alter, gesunde Lebensmittel sowie zum Schuhwerk bei zuckerkranken Menschen.

Von Elke Weisbach

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