„So, das war´s dann“

Keinen Nachfolger gefunden: Diabetiker-Selbsthilfegruppe in Gardelegen löst sich auf

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Der Vorstand der Diabetiker-Selbsthilfegruppe mit Doris Prießmeier (vorne v. l.), Edelgard Bierstedt sowie Hildegard Hoffmann (hinten v. l.) und Brigitte Gladow hört auf.

Gardelegen – Hildegard Hoffmann klappte ihre Mappe ein letztes Mal zu, schaute nochmals herüber zur Vorsitzenden, die sie vorher in einer letzten Laudatio gelobt hatte.

Dann sagte sie den Satz, der das Ende der Diabetiker-Selbsthilfegruppe in Gardelegen besiegelte: „So, das war´s dann.“

Denn nach fast einem Vierteljahrhundert gibt es die Selbsthilfegruppe nicht mehr. Die bisherige Gruppensprecherin Doris Prießmeier hört nach sechs Jahren im Amt auf, ist mit mittlerweile 80 Jahren auch nicht mehr die Jüngste und „irgendwann ist es dann auch Zeit“, erklärte sie am gestrigen Nachmittag bei der wohl letzten regulären Zusammenkunft der Selbsthilfegruppe.

Die Gardelegener Diabetiker-Selbsthilfegruppe wurde im Jahre 1995 ins Leben gerufen. Viele Jahre lang leitete die mittlerweile verstorbene Christa Engelhardt diese Gruppe, die sich zuletzt immer am dritten Montag eines jeden Monats in den Räumen der Gardelegener Volkssolidaritäts-Begegnungsstätte traf. Und oftmals, so blickte Doris Prießmeier zurück, sei man nicht alleine gewesen. Fachvorträge, beispielsweise von Ärzten wie Dr. Michael Schoof, Diabetologe am Gardelegener Altmark-Klinikum, fanden stets interessierte Zuhörer.

Dazu gab es in den vergangenen Jahren Ausflüge in Reha-Kliniken, dazu Tagestouren, im Sommer oft verbunden mit einer Bootsfahrt. „Mir tut es außerordentlich leid, dass es nicht mehr weitergeht“, erklärte Doris Prießmeier bei ihrem letzten Bericht vor den diesmal etwa 30 Zuhörern. Sie habe, so konstatierte sie, ihren Rückzug „rechtzeitig angekündigt.“ Es habe sich aber niemand gefunden, der ihre Nachfolge antreten wollte – ihre bisherige „Rechte Hand“ Hildegard Hoffmann ist sogar sechs Jahre älter als Doris Prießmeier.

Und so wird der 9. Dezember, wenn sich die Diabetiker nochmals in der Volkssolidaritäts-Begegnungsstätte treffen, dann zu ihrer Weihnachtsfeier, die letzte Zusammenkunft der Selbsthilfegruppe sein. Die endgültige Auflösung erfolgt nach Angaben von Doris Prießmeier dann am 31. Dezember, also zum Jahresende.

VON STEFAN SCHMIDT

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