2012 entliehen 1 601 Nutzer 52 717 Medien aus der Gardelegener Bibliothek

Keine Einbußen durch verringerte Öffnungszeiten

Einen ganzen Tisch voller Neuheiten in der Bibliothek präsentiert Bibliotheksmitarbeiterin Romy Topf. Sie ist in der Bücherei für die Ausleihe und den Belletristikbereich zuständig. Foto: Weisbach

Gardelegen. Eigentlich hatten die vier Mitarbeiterinnen der Gardelegener Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek im Jahr 2012 mit Einbußen bei den aktiven Nutzern und den Entleihungen gerechnet, nachdem zum 1. März vergangenen Jahres die Öffnungszeiten gekürzt wurden, und zwar von bis dato 30 Wochenstunden auf neu 22,5 Stunden.

Aber das sei nicht eingetreten, konnte Bibliotheksleiterin Christiane Bräu gestern erfreut mitteilen. Die statistischen Zahlen haben positiv überrascht und das Gegenteil angezeigt. Zählten die Bibliotheksmitarbeiter 2011 noch 1 565 aktive Nutzer, die insgesamt 43 652 Medien ausgeliehen haben, so waren es im vergangenen Jahr 1 601 aktive Nutzer, die insgesamt 52 717 Medien zur Ausleihe mit nach Hause nahmen.

Die Nutzer haben sich laut Christiane Bräu mit den neuen Begebenheiten arrangiert. Die Öffnungszeiten – Montag 10 bis 16 Uhr, Dienstag 13 bis 18 Uhr, Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 16 Uhr und an jedem ersten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr – werden ausgiebig genutzt, so dass in den Zeiten gut zu tun ist. Ein Zeichen dafür ist, dass die Theke, an der die Ausleihen und Rücknahmen erfolgen, zum Teil mit zwei Mitarbeiterinnen besetzt werden muss, um alle Wünsche schnellstmöglich erfüllen zu können.

Nur die Gymnasiasten bedauern, dass die Bibliothek dienstags und donnerstags nur am Nachmittag geöffnet ist. Denn sie nutzten, so erzählt die Bibliotheksleiterin, oft ihre Freistunden, um die Bücherei zu besuchen – sei es zum Bücher ausleihen, Hausaufgaben machen oder einfach als Treffpunkt mit anderen.

Was sich auszahlt, ist die intensive Arbeit der Mitarbeiterinnen mit Kindern, um sie ans Lesen im Allgemeinen und an die Nutzung der Bibliothek heranzuführen. Als Beispiele seien hier die Bibfit-Aktionen mit den Kindergärten der Hansestadt Gardelegen, Führungen von Schulklassen, der Lese-Sommer XXL oder die Vorlesetage genannt. Denn waren 2011 laut Christiane Bräu noch 90 Kinder bis zwölf Jahre Nutzer der Bibliothek, so waren es im vergangenem Jahr bereits 167 Mädchen und Jungen. Insgesamt fanden in der Bibliothek im vergangenen Jahr 81 verschiedene Veranstaltungen statt. Dazu zählen auch die abendlichen Lesungen, die oft der Bibliotheksförderverein organisiert.

Was sich ebenfalls 2012 bemerkbar machte, war die Schließung der letzten Videothek in der Stadt. Denn die Ausleihe von DVDs und anderen Medienpaketen stieg von 19 610 Entleihungen (2011) auf 27 241 Entleihungen (2012). Sehr gut angenommen werden auch der Online-Service der Bücherei unter www. Bibliothek-gardelegen.de für Anfragen, Reservierungen und Ausleihverlängerungen und die Rückgabeklappe, die nach einer Stichprobenauswertung im Durchschnitt von zwölf Nutzern pro Tag genutzt wird.

Und ob junger oder junggebliebener Leser – die Gardelegener Bibliothek hat für jeden Geschmack das Passende in ihren Regalen. Denn sie verfügt per 31. Dezember 2012 über insgesamt 51 212 Medien, sprich Bücher, CDs, DVDs, Videos und Spiele – darunter zahlreiche Neuerwerbungen. Denn für die Erweiterung des Medienbestandes gab es im vergangenen Jahr 10 000 Euro Fördermittel vom Land und 10 000 Euro Eigenmittel von der Stadt. Es konnte also für 20 000 Euro eingekauft werden. Es sind auch bereits alle Neuanschaffungen vor Ort. Ein Teil von ihnen muss aber erst noch in den Bestand eingearbeitet werden, bevor sie ausgeliehen werden können.

Als „Ausleihrenner“, die Mitarbeiterin Romy Topf mal zusammengestellt hatte, erwies sich 2012 im Bereich der Bestseller das Buch „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson, das ein wenig an den Film „Forrest Gump“ mit Tom Hanks erinnert. Denn dieses Buch vereinte die meisten Vorbestellungen auf sich. Bei den Frauenromanen ist die Neuseeland-Saga von Sarah Link sehr angesagt. Vor allem zur Urlaubszeit im Sommer standen verschiedene Titel von Dora Heldt und Kerstin Gier ganz oben auf der Wunschliste. Im Genre Krimi sind Bücher von Jussi Adler-Olsen, Nele Neuhaus und Charlotte Link stark nachgefragt, während im Sachbuchbereich „Neuköln ist überall“ von Heinz Buschkowsky, „Ziemlich beste Freunde“ von Philippe Pozzo die Borgo und „Zwei Leben“ von Samuel Koch die Ranglisten anführen.

Vampirgeschichten sind immer noch bei den jugendlichen Lesern ab 14 Jahre sehr beliebt. Dabei liegen die mittlerweile zehn Bände der „House of Night“-Reihe von P.C. Cast ganz vorn. Bei Kindern zwischen zehn und 14 Jahren sind die sieben Bände „Greg´s Tagebuch“ der „absolute Renner“, so Romy Topf. Sie sind – obwohl in mehrfacher Auflage vorhanden – immer ausgeliehen, und zwar ganz häufig von den Jungen.

Von Elke Weisbach

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