In Gardelegen beginnt Kastrieren

Einfang- und Kastrationsaktion: „Größte Sorgfalt“ für Katzen

Diese Katze schaute im vergangenen Jahr in der Redaktion vorbei. Sie hatte keinen Halter, war draußen unterwegs und schwanger. Wie auch viele andere Katzen in Gardelegen.
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Mila war eine frei laufende Katze, ohne Besitzer und Kennzeichnung sowie schwanger. Sie und die Kitten kamen ins Tierheim.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Nachdem die Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen in Gardelegen beschlossen wurde, beginnt am Sonntag die erste Einfangaktion zum Kastrieren.

Gardelegen – Wilde und herrenlose Katzen werden an diesem Sonntag im Bereich des Vogelsangweges in Gardelegen vom Tierschutzverein Tierheim Gardelegen eingefangen, um diese kastrieren zu lassen, informiert Carmen Koch, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Damit beginnen die Einfang- und Kastrationsaktionen.

Der Stadtrat hatte im Januar beschlossen, dass die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt geändert wird, sodass nun eine Kennzeichnungspflicht für Halter in der Stadt Gardelegen besteht, deren Katzen Freigänger sind (AZ berichtete). So kann bei den Aktionen vom Tierschutzverein durch eine Tätowierung oder einen Transponderchip überprüft werden, ob die Katze einen Besitzer hat und für die Zucht vorgesehen ist. Wenn die Katze nicht gekennzeichnet ist, und auch nicht kastriert, geht es zum Tierarzt. Außer es ist eine Rassekatze, wie eine Maine Coon oder eine Perserkatze, bei der davon ausgegangen werden kann, dass sie auch aufgrund ihres Aussehens einen Besitzer hat, erklärt Carmen Koch auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Auch andere Katzen, die gepflegt aussehen und deswegen wahrscheinlich ein Zuhause haben, werden nicht kastriert. Sieht eine wilde Katze ungepflegt aus, ist vielleicht sogar krank und ohne Kennzeichnung, wird das Tier zum Tierarzt gebracht. Dort wird die Katze untersucht, kastriert und gechipt sowie bei Findefux, dem zentralen Fundtierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registriert, erklärt Carmen Koch.

Bürger kritisieren Aktion

Für die Einfang- und Kastrationsaktion gab es von Bürgern schon Kritik, erzählt Carmen Koch. Übers Telefon und Facebook, aber auch über Anrufe beim Veterinäramt beschwerten sich Bürger. So gab es Sorgen, dass hochtragende Katzen kastriert werden könnten. „Das wird nicht gemacht“, verdeutlicht Carmen Koch. Alle Katzen werden zuvor vom Tierarzt untersucht, auch mit einem Ultraschallgerät, und nicht kastriert, wenn diese bereits tragend sind. „Wir machen diese Aktion mit der größten Sorgfalt“.

Andere Bürger hatten Angst, dass Katzen eingefangen werden, die einen Besitzer haben. Bei diesen freilaufenden Katzen ist es oftmals ersichtlich, dass sie einen Halter haben, für die seit Januar die Kennzeichnungspflicht besteht. Es gibt einige freilaufende Katzen mit Besitzer, die an den Futterstellen in der Stadt mitfressen. Aber darauf wird bei der Aktion geachtet.

Fünf Hotspots mit zehn bis 15 Katzen

Insgesamt gibt es fünf Hotspots, wo sich jeweils zehn bis 15 Katzen regelmäßig aufhalten. Einer davon ist am Vogelsangweg, wo auch Infozettel zur Aktion aushängen. Für die Einfang- und Kastrationsaktion am Sonntag stehen seit Mittwoch die Fallen am Futterplatz, damit sich die Tiere an die Fallen gewöhnen. Am Sonntag werden diese scharf gestellt. Dann wird abends kontrolliert, ob sich Tiere in den Fallen befinden. Wenn ja, werden diese über Nacht ins Tierheim gebracht. Am nächsten Tag geht es zum Tierarzt. Die Tiere werden dabei auch beispielsweise von Parasiten befreit. Nach der Kastration und dem Kennzeichnen geht es zurück ins Tierheim. Die Katzen können sich dort erholen und sind auf einer geschlossenen Quarantänestation untergebracht. Am Tag darauf werden sie wieder an die Stellen gebracht, wo sie eingefangen wurden, erläutert Carmen Koch.

Viele Katzenbabys im Tierheim

Sie informiert, dass an den nächsten drei Wochenenden die Aktionen stattfinden, um zu verhindern, dass sich die Population wilder und herrenloser Katzen in der Stadt weiterhin unkontrolliert vermehrt. Jedes Jahr gebe es um dieselbe Zeit viele Katzenbabys, die im Tierheim abgegeben werden, erzählt die Vereinsvorsitzende. Dass sich der Tierschutzverein dieser Aufgabe annimmt, befürwortet die Stadt Gardelegen.

Wer den Tierschutzverein bei dieser Aktion unterstützen möchte – es werden beispielsweise Fahrer benötigt – oder Fragen zur Einfangaktion hat, kann sich täglich zwischen 8 und 16 Uhr unter (03907) 715105 an das Tierheim wenden oder an den Fachbereich Sicherheit und Ordnung unter (03907) 716140.

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