Umbenennungspläne sind noch nicht aktuell / Kreistag wäre das entscheidende Gremium

Hat Karl Marx noch eine Zukunft?

Die Karl-Marx-Sekundarschule in Gardelegen wird wohl in rund anderthalb Jahren abgerissen. Ob dann auch der Name „Karl Marx“ verschwindet, entscheidet letztlich der Kreistag.

Gardelegen. Die Karl-Marx-Sekundarschule in Gardelegen erhält einen Neubau. Das steht fest.

Aber heißt die Einrichtung auch nach dem Umzug noch Karl Marx? Diese Frage, so erklärt Horst-Dieter Radtke, der Leiter der Karl-Marx-Sekundarschule, werde man dann behandeln, wenn der Umzug in den neuen Komplex anstehe.

Karl Marx, der Verfasser des „Kommunistischen Manifestes“ und Namensgeber des Marxismus, ist auch Namensgeber der Schule seit deren Erbauung Ende der 1960-er Jahre. Ob der Name Karl Marx noch zeitgemäß sei, so Horst-Dieter Radtke, werde die Gesamtkonferenz der Schule debattieren. „Wir werden sicherlich über dieses Thema sprechen, wenn der Umzug ansteht“, erklärt er. Vorrang hätte aber in den vergangenen Jahren das Bemühen um den Neubau gehabt, da habe man sich mit einer eventuellen Namensumbenennung nicht beschäftigt.

Dies tat vor mehr als fünf Jahren die Junge Union in Gardelegen. Die CDU-Nachwuchsorganisation hatte während des 2006-er Hansefestes an einem eigenen CDU-Stand eine Umfrage gemacht, ob denn der Name Karl Marx noch gewünscht sei. Sei er nicht, war das damalige Ergebnis – an einem Stand der CDU nicht wirklich eine Überraschung. Stattdessen forcierte die Junge Union damals die Umbenennung in Richard-W.-Sonnenfeldt-Schule. Der mittlerweile verstorbene Sonnenfeldt wuchs in Gardelegen auf, flüchtete in den 1930-er Jahren vor den Nazis nach England, später nach Amerika und kam als Soldat 1945 nach Deutschland zurück. Kurz danach wurde er amerikanischer Chef-Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen.

Die Debatte in der Gesamtkonferenz, so Radtke, könne aber auch zur Folge haben, dass der Name Karl Marx bleibt.

Letztlich würde darüber der Kreistag in Salzwedel entscheiden – auf Vorschlag der Gesamtkonferenz.

Von Stefan Schmidt

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