Bauarbeiten in der militärischen Übungsstadt gehen weiter voran

In der Kantine gibt es sogar einen „Schnöggers-Burger“

+
Das Baugeschehen in der Übungsstadt geht unvermindert weiter. Etwa die Hälfte der rund 500 Gebäude ist noch gar nicht fertiggestellt.

Schnöggersburg. Der Chefkoch in der Kantine der Altmark-Kaserne bei Letzlingen geht mit der Zeit. Seit kurzem gibt es für die Soldaten einen „Schnöggers-Burger“. Kostenpunkt: 4,60 Euro.

Benannt ist der kulinarische Leckerbissen nach der im Bau befindlichen Übungsstadt Schnöggersburg auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide. Kostenpunkt: 140 Millionen Euro. Das entspricht etwa 30 Millionen „Schnöggers-Burgern“.

Hauptmann Alexander Helle zeigt vor dem Rundgang durch Schnöggersburg, wo die militärische Übungsstadt auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark liegt.

Im Rahmen eines Rundgangs zeigte Hauptmann Alexander Helle kürzlich der Altmark-Zeitung den Baufortschritt. Etwa die Hälfte der insgesamt 500 Gebäude – allesamt werden sie im Rohbau und größtenteils ohne Fenster stehen bleiben – sind bereits fertig. Derzeit entsteht im südlichen Teil von Schnöggersburg eine Neubausiedlung. Fertig ist bereits die Kanalisation, die Soldaten im Übungsgeschehen aber tunlichst meiden sollten. „Denn nur Einheimische wissen, wo die unterirdischen Gänge hinführen“, erläutert Helle. Kommen also auswärtige Kampfeinheiten in eine Stadt wie Schnöggersburg, sollte man wegen der mangelnden Ortskenntnis einen großen Bogen um solche Bereiche machen.

Der Sakralbau vereinigt architektonisch die verschiedenen Weltreligionen. Denn „Schnöggersburg kann überall auf der Welt sein.“

Anders als strategisch wichtige Bereiche wie Brücken und Wasserwerk. Wer die Kontrolle über solche Fixpunkte habe, so Alexander Helle, der sei militärisch im Vorteil. Er könne dann Brücken unpassierbar machen oder die Wasserversorgung für die Bevölkerung sichern. Ähnliches gilt für den Sakralbau, einem architektonischen Mischmasch aus verschiedenen Weltreligionen. „Denn Schnöggersburg liegt nicht in Europa und auch nicht in der arabischen Welt – Schnöggersburg gibt es militärisch überall“, so Helle. Laut Genfer Menschenrechtskonvention darf ein religiöses Gebäude nicht beschossen oder eingenommen werden. Aber wie verhält man sich als Soldat, wenn aus diesem Gebäude heraus geschossen wird?

All das kann ab dem Jahr 2020 geübt werden. Dann soll Schnöggersburg nach jetzigem Stand komplett fertiggestellt sein.

Von Stefan Schmidt

Schnöggersburg: Bauarbeiten in militärischer Übungsstadt schreiten weiter voran


Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare