Freier Eintritt in drei Bädern im vergangenen Jahr für umgerechnet 1230 Euro

Kameraden baden gern in Potzehne

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Das Sparschwein trägt Rot: Mitglieder der Feuerwehren haben seit einem Jahr freien Eintritt in den drei Freibädern des Stadtgebietes. Vor allem in Potzehne wurde dies genutzt.

Gardelegen. Der vergangene Sommer war schlecht. Zumindest, was die Besucherzahlen in den drei Freibädern im Gardelegener Stadtgebiet angeht. An allen drei Standorten – Gardelegen, Potzehne und Zichtau – gab es gegenüber 2016 Einnahmerückgänge.

Und: Ein weiterer Eintrittsfaktor fiel weg. Denn seit einem Jahr gilt für die drei Badeanstalten: Mitglieder der Feuerwehren haben freien Eintritt. Dies hatte der Gardelegener Stadtrat auf Vorschlag der Stadtverwaltung beschlossen, um die Arbeit in den freiwilligen Feuerwehren aufzuwerten (wir berichteten).

Und so strichelten im vergangenen Sommer die Mitarbeiter in den Kassenhäuschen der Freibäder immer dann, wenn ein Mitglied der Feuerwehr seinen Ausweis vorzeigte und um freien Eintritt bat. Dies haben gewiss nicht alle Brandschützer getan, viele haben trotz dieser Klausel das Eintrittsgeld gezahlt. Aber dennoch: Der Stadt gingen auf diese Weise rund 1230 Euro verloren. Geld, das die Stadtkasse nicht sonderlich belastet, dafür aber als ein Zeichen an die Feuerwehr-Mitglieder verstanden werden soll, dass ihre Arbeit geschätzt und gewürdigt wird.

Besonders viele Feuerwehrleute zahlten im Potzehner Freibad keinen Eintritt. Das sagt die Jahresstatistik aus, die während der jüngsten Sitzung des Potzehner Ortschaftsrates von Ortsbürgermeister Harald Rolletschek vorgelegt wurde. Demnach hat Kassiererin Hannelore Schwarzlose genau 730 Euro weniger eingenommen, als wenn diese Klientel gezahlt hätte. Das sind demnach fast 60 Prozent aller nicht bezahlten Besuche von Feuerwehrleuten in den drei Freibädern. Damit liegt Potzehne klar an der Spitze dieser Statistik. Zum Vergleich: Im Gardelegener Erlebnisbad fielen 378 Euro an Einnahmen weg, im Zichtauer Waldbad waren es 120 Euro.

Hannelore Schwarzlose begründet diese hohe Zahl damit, dass in und um Potzehne viele Jugendliche und Kinder Mitglieder der Feuerwehren sind. „Das hat sich auf die Zahlen ausgewirkt“, erklärte sie als Gast der Ortschaftsratssitzung. Denn freier Eintritt für Kinder und Jugendliche reizt eher als das kostenlose Baden für Erwachsene.

Von Stefan Schmidt

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