Etwas fehlte damals in Zichtau

50. Jubiläum des Waldbades: Förderverein, Einwohner und Gäste feiern

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Meilenstein: Zum 50. Jubiläum kamen viele Freunde des Zichtauer Waldbades zum Foto zusammen.

Zichtau – Schon 1960 wurde der sprichwörtliche Grundstein gelegt. Damals galt Zichtau als ein schöner Ausflugsort in der Altmark. Aber etwas fehlte dem Dorf noch. Ein Freibad nämlich. Also wurden die Planungen auf den Weg gebracht, 1963 die ersten Anträge gestellt.

1968 wurde der Bau begonnen und 1969 eröffnete das Zichtauer Waldbad seine Pforten. Am Wochenende wurde das 50.  Jubiläum groß gefeiert.

Heinz Scholtissek ist mit 98 Jahren der älteste Zichtauer und einer der Waldbad-Pioniere.

Nach und nach trafen am Freitag alle auf der großen Wiese neben dem Waldbad Zichtau ein. Per Postkasteneinwurf wurden alle Einwohner dazu aufgefordert, sich zum großen Gruppenfoto einzufinden. Nicht ganz alle kamen dem nach, aber viele. Besonders eben diejenigen, die sich mit ihrem Waldbad verbunden fühlen. Einer davon wurde in Kalbe abgeholt: Heinz Scholtissek ist 98 Jahre alt und lebt dort seit einem Jahr im Seniorenpflegeheim. Doch die Jubiläumsfeier durfte und wollte der Zichtauer nicht verpassen. Schließlich ist er einer der Erbauer.

Genauso wie Herbert Hampl. Auch er ist am Freitagabend mit von der Partie und erinnert sich: Er war damals 26 Jahre alt, kam gerade von der Armee. Erst einmal wurde der Teich in Zichtau abgelassen und das Ufer begradigt. Dann wurden Feldsteine einer abgerissenen Scheune nach Zichtau gebracht und daraus der Kiosk gebaut. Nicht nur Zichtauer packten mit an – es gab Hilfe von der sowjetischen Panzer-Garnison in Gardelegen, die den Teich ausschob. Es halfen Menschen und Unterstützer aus Schwiesau, aus Wiepke, Engersen und Breitenfeld mit.

Zur Eröffnung wurde ein großes Fest gefeiert, der damalige Bürgermeister Hans Hermann Senior hatte die Ehre, das Bad offiziell zu eröffnen. Am Freitag übernahm den Part der offiziellen Jubiläumsfesteröffnung hingegen Harald Wedler, der seit Kurzem der neue Vorsitzende des Fördervereins „Freunde des Waldbades Zichtau“ ist. Es soll keine Wertung sein, schmunzelte er, aber als allererstes wolle er die Zichtauer und Helfer beim Fest begrüßen, die sich dafür „engagieren, dass das Bad existiert“, so Wedler. Das sei keine leichte Arbeit, es gibt mehrere Arbeitseinsätze im Jahr, und es muss immer wieder so manche Hürde überwunden werden – „Wir hatten seit 2010 Höhen und Tiefen“, meinte Zichtaus Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke.

Doch man stecke viel „Herzblut“ in das Waldbad und es lohne sich. Oft „gehen wir euch auf die Nerven“, lachte Läsecke in Richtung von Dagmar Bauer, verantwortlich für den Grünen Bereich in der Gardelegener Stadtverwaltung, und Norbert Bucklitsch, der für Sportstätten und Bäder verantwortlich ist. Von der Stadt war natürlich auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig beim Jubiläum dabei. Einer der wichtigsten Sponsoren neben der Verwaltung ist aber auch der unmittelbare Nachbar des Waldbades, nämlich das Gut Zichtau.

Egal ob „wir Getränke unterstellen wollen oder Bauzäune“, erklärte Harald Wedler, die Unterstützung sei „ein Segen für den Ort“. Und am Freitag gab es von Borusso von Blücher, dem Neffen des Gutsbesitzers Hasso von Blücher, auch gleich noch einen Geldsegen. Er brachte eine Spende über 2500 Euro von der Stiftung Zukunft Altmark mit.

Unterstützer gibt es also, wie einst beim Bau, von allen Seiten. Und so wurde beispielsweise den „drei Schmidts aus dem Grünen Weg“ gedankt, die für Wildgulasch gesorgt hatten, bis hin zu den Beetfrauen um Erika Gaede. Doch die größten Blumensträuße gingen an Vanessa Knies und Lukas Kösterke. Die beiden jungen Leute waren „diesmal der Motor“, so Läsecke. Ohne sie wäre das Festwochenende wohl gar nicht so möglich gewesen. Gefeiert wurde bis in den späten Abend und auch am Sonnabend ging es mit einem Bürger-Frühstück, Musik, Tanzauftritten und bester Stimmung weiter.

VON HANNA KOERDT

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