Personalentwicklungskonzept der Stadt Gardelegen offenbart:

Bis 2024 scheiden 63 Beschäftigte aus

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In den nächsten Jahren werden viele Bedienstete der Stadtverwaltung und der nachgeordneten Einrichtungen das Rentenalter erreichen. Das sagt das Personalentwicklungskonzept aus.

Gardelegen. Die kommunalen Einrichtungen in Gardelegen haben ein Problem. Ein Problem, mit dem sie nicht alleine sind. Denn auch woanders sieht es ähnlich aus.

Konkret: Die Altersstruktur in der Verwaltung und den so genannten nachgeordneten Einrichtungen – das sind vor allem die Kitas – ist ungesund. Ein nicht unerheblicher Teil der Mitarbeiter scheidet in absehbarer Zeit aus Altersgründen aus.

In Zahlen ausgedrückt: Von den 341 städtischen Mitarbeitern – von der Kernverwaltung über die Grünflächenpflege bis hin zur Kinderbetreuung – sind ein Drittel bereits älter als 55 Jahre. Somit werden sie in den nächsten Jahren in den Vorruhestand, in die Altersteilzeit oder ganz in Rente gehen. Nicht weniger als 110 Frauen und Männer sind zwischen 56 und 65 Jahre alt. Sechs weitere städtische Beschäftigte sind sogar noch älter. Im Personalentwicklungskonzept der Stadt, das die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates während ihrer nächsten Sitzung zur Kenntnis erhalten, ist erkennbar, dass vor allem die „mittleren“ Jahrgänge schwach vertreten sind. Gerade mal jeder neunte kommunal Beschäftigten ist zwischen 36 und 45 Jahre alt – die 42-jährige Mandy Zepig fällt selbst in diese Altersspanne und ist somit von ihrem Alter her im Rathaus fast eine Rarität.

Besonders schwach in der Verwaltung vertreten sind die „ganz Jungen“: Gerade mal 29 der 341 Mitarbeiter sind 25 Jahre oder jünger.

Für Mandy Zepig und ihr Team im Rathaus bedeutet dies für die nächsten Jahre eine große Herausforderung. Denn laut Konzept erreichen ab dem Jahr 2020 pro Jahr mindestens zwölf Mitarbeiter das gesetzliche Rentenalter. Diese Mitarbeiter müssen nach und nach ersetzt werden. Nicht nur deshalb hat Gardelegens Bürgermeisterin kurz nach ihrer Amtseinführung vor etwas mehr als zwei Jahren, die bis dahin befristeten Arbeitsverhältnisse zahlreicher Mitarbeiter – vor allem in den Kindereinrichtungen – in unbefristete Verträge umwandeln lassen.

Im Personalentwicklungskonzept geht man folgerichtig „davon aus, dass die Qualität der Leistungen, die Motivation und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten nicht nur von den Faktoren Einkommen und Aufstiegschancen abhängen, sondern u. a. auch von den Faktoren Arbeitsklima, Anerkennung und Führungsverhalten“.

Mit anderen Worten: Wer gerne zur Arbeit geht, ist in der Regel seltener krank und lässt sich auch nicht so leicht abwerben.

Von Stefan Schmidt

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