Jeden zweiten Tag ging es raus

Herbert Goldenberg (links) ist seit 50 Jahren Mitglied der Feuerwehr. Dafür wurde er von Wehrleiter Wolfgang Hein geehrt.

sts Gardelegen. Es war eigentlich alles schon fertig. Wolfgang Hein, Gardelegens Stadtwehrleiter, hatte kurz vor Weihnachten seine Jahresstatistik angelegt. Vielleicht noch zwei, drei Einsätze würden erfahrungsgemäß bis zum Jahreswechsel hinzukommen.

„Doch dann konnte ich nochmal ganz von vorne anfangen“, erinnert sich Hein. Denn am 23. und 24. Dezember war die Gardelegener Wehr, wie alle Feuerwehren im Altmarkkreis Salzwedel, im Dauereinsatz. Umgeknickte Äste und umgestürzte Bäume, verbunden mit flächendeckendem Stromausfall, sorgten dafür, dass manche Kameraden 36 Stunden am Stück im Einsatz waren. Andere gingen zwischendurch zur Schicht, kamen danach ohne Schlaf wieder ins Gerätehaus zurück, um weiter zu helfen. Es sei „die Nacht der Nächte“ gewesen, bilanzierte Wolfgang Hein während der Jahreshauptversammlung der Gardelegener Feuerwehr, die am Freitagabend im Feuerwehr-Gerätehaus stattfand.

Und so hatte die Stadtwehr im Jahr 2010 einen Rekord zu verzeichnen. Nämlich 153 Einsätze, so viele wie nie zuvor seit der Wende. Durchschnittlich mussten die Kameraden also jeden zweiten Tag ausrücken. Allein 89 Mal heulten im Stadtgebiet die Sirenen. Hein bedankte sich bei seinen aktiven Kameraden ausdrücklich für ihre Einsatzbereitschaft. Und Lob, das wissen die Mitglieder der Gardelegener Feuerwehr, verteilt ihr Chef nicht wirklich im Überfluss. Als Dankeschön gab es Tassen mit Gardelegener Motiven, auch von der Feuerwehr. Diese „Schneetassen“ in Erinnerung an die winterlichen Einsätze rund um Heiligabend verteilte unter anderem Gardelegens amtierender Ordnungsamtsleiter Heiko Hirsch, der der Versammlung als Vertreter der Stadt beiwohnte.

Im Dezember, auch durch die Weihnachtseinsätze bedingt, rückte die Wehr 29 Mal aus. Dies war dann auch der arbeitsreichste Monat für die Brandschützer. Einsatzschwächster Monat war der Oktober. Aber da gab es auch noch sieben Alarmierungen. Wer Weihnachten in Gardelegen und nicht verreist war, der rutschte in der Einsatzstatistik zwangsläufig auf einen der vorderen Plätze. Fleißigster Kamerad war im Jahre 2010 Maik Chwojka, der bei 115 der 153 Einsätzen vor Ort war. Es folgen in der Rangliste Christian Hein (110 Einsätze), Karsten Hintze (109), Till Kern (106), Nadine Behling (104) und Monika Hein (103).

Insgesamt hat die Gardelegener Feuerwehr derzeit 53 aktive Kameraden. Genauer: 39 Männer und 14 Frauen. Dazu gesellen sich 26 Mitglieder der Jugendwehr und 22 Mitglieder der Ehrenabteilung. Macht zusammen genau 101 Mitglieder, die der Wehr momentan angehören. Einer der Dienstältesten davon ist Herbert Goldenberg. Er ist seit einem halben Jahrhundert Mitglied der Gardelegener Feuerwehr und wurde während der Jahreshauptversammlung von Wolfgang Hein für diese Treue mit einer Anstecknadel geehrt.

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