Bundeswehr informiert

JAWTEX: Schwerpunkt in der Altmark

Nicht nur Tornados und Eurofighter, auch Helikopter wie der Mehrzweckhubschrauber NH90 kommen bei der Bundeswehrübung zum Einsatz. Mit dem NH90 können schwere Lasten, technisches Material oder 20 Soldaten transportiert werden. Fotos: Bundeswehr / Tenbrink

LETZLINGEN - Die Bundeswehr hat am Mittwoch im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in Letzlingen über die bevorstehende Schwerpunktübung JAWTEX (Joint Air Warfare Tactical Exercise) informiert. Vertreter von Landkreisen, Städten und Gemeinden waren dazu eingeladen.

Denn sie seien es, so erklärte Oberst Klaus Heinrich Nolte die Intention des Treffens, an die sich eventuell besorgte Bürger als Erstes wendeten.

„Im Vergleich zu früher ist es inzwischen unüblich, Düsenjäger am Himmel zu sehen“, so Nolte. Genau das wird aber vom 12. bis 23. Mai in der Region der Fall sein. Wie berichtet, liegt die Altmark inmitten eines Gebietes, in dem die Luftwaffe ihre Manöver absolviert. Sie sind Teil der größten und wichtigsten Bundeswehrübung in diesem Jahr, an der sich noch weitere zehn Nationen beteiligen. Auch Heer und Marine sind darin eingebunden. Das betroffene Gebiet ziehe sich insgesamt „von Holland bis zur polnischen Grenze“, erläuterte Oberstleutnant Christoph Thoben. Aber bei der Luftwaffe und „hier in der Region liegt der Schwerpunkt“, so Thoben weiter. Mehr als 100 Luftfahrzeuge kämen insgesamt zum Einsatz, zweimal pro Tag fliegen sie im Schnitt über die Köpfe der Altmärker hinweg. Das seien Dimensionen, wie es sie zuletzt in den 80er Jahren gegeben habe, so Thoben.

„Die Übung führt zu Fluglärm“, stellte Oberst Nolte klar. Aber: „Wir versuchen, so wenig wie möglich den Alltag zu stören.“ Deshalb würden zum Beispiel am Wochenende keine Jets fliegen. Tiefflüge machen mit insgesamt gerade einmal 200 Minuten ohnehin nur einen winzigen Bruchteil der zweiwöchigen Übung aus. Zudem beträfe das auch nur die Bereiche der involvierten Truppenübungsplätze. Das sind in der Region die Standorte Altengrabow, wo die Bodenabwehr geübt wird, Bergen/Munster, wo rund 700 Soldaten den luftgestützten Einsatz trainieren, und Klietz, wo eine großangelegte Luftlandeoperation mit etwa 900 Soldaten durchgeführt wird. Das GÜZ in Letzlingen gehört nicht dazu, wurde nur als zentraler Ort für die Info-Veranstaltung gewählt.

Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing erinnerte daran, dass manche Bürger die bevorstehenden Aktivitäten der Bundeswehr in einen Zusammenhang mit der Krim-Krise bringen könnten. Oberst Nolte war dankbar für diesen Hinweis und betonte, das ein solcher Zusammenhang nicht bestehe. Die Schwerpunktübung sei bereits vor zwei Jahren angeordnet und seitdem geplant worden.

Von Karsten Tenbrink

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